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Australien´99

Alles begann wie immer, die Planung und exakte Berechnung der zu fahrenden Strecke, aber in Australien
ist alles anders, man fährt nicht um Unterwegs zu sein, sondern um irgendwo anzukommen.

    

Australien ist ein wenig Größer wie Europa, die Küsten sind rundum stark besiedelt vor allem die Ostküste.

Queensland und Victoria diese beiden Staaten bereisten wir.

Es begann  mit einem langem Flug von ca. 27 Std., wir machten aber einen Zweitägigen Zwischenstop in Singapur
um uns an das teils tropische Klima zu gewöhnen, das kann ich nur jedem empfehlen, der Flug kann einem die ganze Vorfreude auf Down Under vertreiben, man Sitzt eingepfercht wie in einem Bus, Größer ist das Platzangebot nicht,
es sei denn man fliegt Erste Klasse und zahlt 3500,- statt 1000,-euro.

In Brisbane der Hauptstadt von Queensland gelandet, ging ich sofort daran uns zwei Motorräder zu beschaffen

für Christa eine XT 250 mit E-Starter (gibt es in Europa nicht) und für mich  eine XT 600 Tenere mit Kickstarter
( in Europa fast ausgestorben ),der behördliche Schreibkram nimmt schon fast die selben Ausmaße wie in
Deutschland ein.

    

Nachdem wir uns eine komplette Camping-Ausrüstung beschafft hatten konnte es los gehen,
bei fast 2 wöchigen Regen und ca. 25 Grad war es angenehm zu fahren nur das Zelten war unangenehm
da alles plitschnaß war, aber es gab die billig Unterkünfte Backpacker genannt wo man für ca,10-15 Aussie Dollar
in Mehrbett Zimmern nächtigen konnte, ich zog es vor in der Natur zu zelten, egal ob Regen oder nicht.

Man muß sich vorstellen mit teils 8 Leuten in einem Raum zu pennen, der eine schnarcht, die andere kommt
erst um 0.30Uhr ins Zimmer, jemand muß um 3.30Uhr auf die Schüssel, unruhiger kann man nicht schlafen,
mir braucht keiner mehr mit Backpacker zu kommem, es sei denn man bekommt ein Doppelzimmer,
dann muß man aber auch schon um 15 Uhr einkehren um sich etwas zu reservieren, dieses zum Thema Backpacker.

    

Unsere Reise-Route ging entlang der Küste und teils ins Landesinnere, wir ließen kaum eine Sehenswürdigkeit aus,
unser Endziel sollte Mount Gambier in Süd-Aussieland sein.

Da wir im Dezember reisten bedeutete auch, daß die Einheimischen Urlaub hatten,  sodaß teils die Campgrounds voll  waren.Speziell in den National Parks wo nur begrenzte Stellplätze zur Verfügung standen, auch war Alarmstufe Rot was
die Busch-und Waldbrandgefahr betraf.

Da ich vorfuhr hatte Christa ein leichtes Spiel, sie brauchte nur hinter her zu fahren, der Aussie Linksverkehr
war nicht so schlimm außer in den Metropolen wie Sydney, Brisbane, Melbourne, daß Problem bestand darin
das es viele Einbahnstraßen gab und man keine U-Turns ( Umkehren an Ampeln) vornehmen durfte,
aber Dank unserer Enduros konnten wir schnelle Bordsteinüberquerungen von der einen  zur anderen Seite tätigen.

Für Christa war die Umstellung eine Enduro zu fahren schwer, in der BRD fährt sie eine alte Suzuki Straßenmaschine
aber nach einer gewissen Zeit im Gelände bzw. Gravel und Dirtroads meisterte sie alles prima als ob sie schon
immer solch ein Mopped fuhr.

Wir suchten uns teils Outbackpisten,( alles was 200 Km von der Küste entfernt liegt wird als Outback bezeichnet)
aus um Abwechslung zu haben. In den Blue Montains ca.200Km westlich von Sydney verbrachten wir mehrere
wundervolle Tage mit Motorradfahrern die wir kennen lernten, anschließend blieben wir noch eine ganze Woche
in Sydney.

    

Unser Backpacker ( diesmal im Doppelzimmer)lag in der berüchtigten King Cross wo Prostitution , Drogenhandel und Kriminalität am Tage standen ,es war aber Sydneys Centrum am nächsten gelegen, so daß wir jeden Tag zu Fuß laufen konnten, die Nacht kostete 60 Aussie Dollar.

Da wir uns unterwegs selbst verpflegten konnten wir die täglichen Kosten incl.Benzin und Nachtquartier auf ein
erträgliches Maß von etwa 80 Aussie-Dollar halten.

Es gibt die Möglichkeit in Pubs ein Mittagstisch für 5 Dollar zu bekommen, alleine die Dekoration der Pubs ist es  Wert
öfters hinein zu gehen, man wird immer freundlich willkommen geheißen (G“Day mate).
Alkohol und Tabak ist sehr teuer in Australien aber die anderen Lebensmittel liegen auf Europäischen Preisstandard,
Benzin kostet ca. 0,50Euro der Liter.

Wo immer wir hielten erregten wir aufsehen und teils Mitleid, man gab uns Obst und andere Lebensmittel obwohl
wir nicht unterernährt aussehen, das Auto ist das Verkehrsmittel schlechthin, da fast überall eine Klimaanlage
installiert ist man kann sich vorstellen wie heiß es teils ist, wir waren im Hochsommer unterwegs mußten immer
mit  Motorrad-Textilbekleidung fahren aus Sicherheitsgründen, die Aussies dachten wahrscheinlich,
seht euch mal diese armen Menschen an die haben nicht genug Geld um sich ein Auto zu kaufen und
quälen sich mit den Motorrädern ab.

Aber weit gefehlt, nichts bringt den Menschen näher im Umgang mit der Natur wie mit dem Mopped durch ihr zu fahren,
die Luft zu riechen und alle anderen Einflüße direkt auf seinem Körper zu spüren.

Wir sahen allerdings wenig Australier auf dem Motorrad, es waren überwiegend Touristen aus aller Herren Länder.

    

Es gibt eine Region in Victoria die Snowy Montains etwa 500 Kilometer nördlich von Melboune wo man
im Winter Ski fahren kann auf Höhenlagen um 1700-2000m, es ist auch die Wasserkammer vom Aussieland.
Von dort sind Pipelines nach Adelaide, Melbourne und Sydney gelegt um diese mit Trinkwasser zu versorgen
es ist das kostbarste Gut dort, man sollte auch dementsprechend damit umgehen.
Unten herrschten Temperaturen von 35 Grad in 1800m Höhe 5 Grad

Wir waren in Regionen wo Regenwasser in riesigen Behältern gesammelt wird,
bleibt der Regen aus so müßen sich die Menschen dort Wasser kaufen,
daß mit riesigen Tankzügen angeliefert wird wo der Liter Trinkwasser dann teurer wird wie ein Liter Benzin .
Wir wissen gar nicht wie gut wir es in Old Germany haben.
Hahn auf und das Wasser läuft unaufhörlich, der m3 für 2,50Euro.

Ein anderes Problem sind die Ureinwohner die Aborigines, ein Großteil ist arbeitslos sie leben meist in Communitis 
von der sonstigen Bevölkerung ausgestoßen genießen ihr leben als Trittbrettfahrer  
leben vom Staat sind zum Großteil dem Alkohol und Drogenkonsum verfallen , ich wurde öfters vor Bottle-Shops
( Läden wo Alkohol verkauft wird ) von ihnen angesprochen man gab mir Geld und ich sollte Alkohol
für sie kaufen meist waren sie schon volltrunken, ich tat es nicht.

    

Unsere Moppeds liefen gut, keine Probleme seid ca.6000 Tkm, es reiht sich ein Nationalpark an den anderen.

Wir hielten teils 10-15mal auf 50km um zu fotografieren, die Grampians, Gebirgsmassiv nord-westlich von Melbourne
war das Tier reichste Gebiet, wir sahen Känguruhs, Wombets, Kakadus und viele andere Tiere die wir nur aus dem
Zoo oder Büchern kannten, es war herrlich mit anzusehen wie sie sich bewegten und sich
durch die Touristen nicht stören ließen, die Dingos ( Wildhunde) waren die gefrässigsten, sie schlichen sich im
Dunkeln an und durchwühlten unseren Müll und zerfledderten alle Tüten, mein Gott sah das morgens immer wild aus.

    

Wir näherten uns dem Reise Höhepunkt die 12 Apostel, von denen es nur noch 8gibt, die Great Ocean Road
süd-westlicher Küstenstrich von Victoria, hier fuhren wir keine 5Km ohne anzuhalten um zu fotografieren
und das bei 35Grad hier trifft sich alles wieder den diese Attraktionen von bizarren Felsformationen alles von den
Naturgewalten wie Wind, Wasser und Sonne in Jahrhunderten geformt es ist abzusehen wie die einst Zwölf
Sandsteinfelsen im Meer verschwinden.

Dort trafen wir vermehrt einzel Reisende Japaner auf kleinen Enduros hinten auf dem Sozius alles aufeinander
gestapelt, so ca. 1m hoch und dies alles mit Gummibänder gesichert, da geht doch die Hälfte unterwegs verloren,
mir viel auf das sie immer in Eile waren, wahrscheinlich in vier Wochen um Australien (30.000km).

Für uns hieß es langsam Abschied nehmen von Down Under in Süd-Australien fanden wir einen Händler der unsere Motorräder kaufte.

Wir genossen die letzten Tage und verbrachten noch viel Zeit damit uns all das gesehene und erlebte nochmals
vor Augen zu halten, es ist kein Unfall passiert wir wurden auch von keiner Spinne oder Schlange gebissen
obwohl wir überwiegend auf dem Boden schliefen, warum also nicht wiederkommen in solch einem schönen
wohl einmaligen Land das für uns nicht mehr Down Under ist.

 

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