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Laos 06

Der 30.5.06 haette fast meine Welttour beendet,es ist ein schwarzer Tag in
dem Kapitel meiner Weltumfahrung,nicht das ich nach ueber 7 Monaten
linksverkehr wieder rechts fahren muss,diese Umstellung war schon gross
genug,immer wieder zog es mich links herueber,sodas ich mir Aufkleber mit
rechts fahren im linken Spiegel und auf dem Amaturenbrett geklebt habe,die
Prozedur der Verschiffung ueber dem Mekong River haette am 30.5.06 fast

meine Welttour vorzeitig beeendet,kennt ihr das gefuehl man macht etwas und
man weiss von vorne herein das geht nicht gut und es geht dann auch nicht
gut,hinterher fragt man sich warum tust du so etwas,dabei wollte ich mir in
Suedlaos nahe der Stadt Phaxce nur alte Khmer Ruinen in Wat Pou ansehen,dort
waere meine Kuh auch bald gelandet, bei den Ruinen.
2 Boote ,kleine Longboots mit einer Holzplattform von 2x2m,diese aber 40cm
etwa ueber das Boot uebersteht,beim Hochfahren ueber eine Lange viel zu
duenne Bohle die kommischerweise nicht brach,bemerkte ich schon das das
Gewicht zuviel ist als ich mit meinem Hinterrad auf der Plattform stand
senkte sich diese um 20-30cm und ich ging rueckwaerts mit gezogener
Handbremse und laufendem Motorrad ins 1.5m tiefe dreckig braune Mekong
Wasser baden,Mopped komplett unter Wasser mit mir,meine letzten Worte waren
scheisseeeeeeeeeeeeeeeeeee,ich wusste es,blub,blub,blub,
Dann mit 4 Mann das Mopped hoch und rausgeschoben,Wasser am Ufer ablaufen
lassen,Kerzen raus und 2-3 kicken,da sah ich schon das alles geflutet war in
diesen 2-3 Minuten die die Maschine unter wasser war ,eEektrostarter
gedrueckt kurzes drehen knack,dieses Geraeusch vergesse ich nie,mir war klar
das Planetengetriebe ist platt,dann einen Pickup besorgt,das Mopped drauf
und 30km retour nach Phaxce,dort bei einem Honda Haendler gefragt ob ich die
Werkstatt nutzen kann um meine Kuh flott zu kriegen und los geht es, alles
demontiert ,Tank,Motordeckel,Blinkerkappen,Kardangummimanschetten ect.Oel
runter,neues Oel drauf und versucht die Kuh zum laufen zu kriegen no chance
mit Kickstarter es musste eine 125 er als Zugmaschine her,nach 300m
schleppen und im 3ten Gang sprang sie mit einer riesigen schwarzen
Rauchwolke an und lief,sofort zur Werkstatt retour ,Oel raus das zwei-
dreimal wiederholt mit Probefahrten von mehreren Kilometern,und sie lief,wie
zuvor,top,dann den Anlasser demontiert und zerlegt,ja das
Planetengetriebe,das in Kunststoff laeuft war zerfetzt,das Kunststoffzahnrad
war ohne Rillen,dieses Ersatzteil hatte ich aber mit ,dannach lief der
Starter wieder,alles zusammengebaut,Sicherung fuer Hupe und Blinker
getauscht und alles war palettie,dann einen ganzen Tag zum trocknen aller
Sachen aus den koffern und Topcase gebraucht,bei 43 grad in der Sonne ,alle
meine Elektrogeraete haben es ueberstanden,auch mein Pd7x,wo meine gesamten
Bilder drauf sind blieb heil,ein dank an mein Schutzengel,wo auch immer du
bist, ich Liebe dich!!!!
ich gehe davon aus das du weiblich bist,sonst mag ich
dich??????????????????
Der 30.05.06,diesen Tag werde ich nie vergessen?

Nun zu Laos dieses kleine Land zwischen Vietnam und Thailand,mit viel
Djschungel im Norden,Naturpisten wo man noch sehen kann wie die
Planierraupen diese durch den Wald geschoben haben,von Chiang Khong im
Norden Thailands ging es mit einer Faehre ueber den gewaltigen Mekong Fluss
der Thailand und Laos als Grenze dient,die Faehre kostet 500 Baht,etwa 10
Euro,die Ausstempelung im Pass kostet 5 Baht die Carnett Stempelung in Laos
250 Baht,5 Euro,wobei die Quittung nur ueber 200 Baht ausgestellt wurde,
meine Frage auf die restlichen 50 Baht ,1 Euro liess alle verstummen.

Diese Djschungelpiste nach Luang Namhta ist sehr schoen,allerdings musste
ich im Djschungel uebernachten,denn diese etwa 160km haben es in sich,Regen
laesst alles stocken,nichts rollt mehr alles verschlammt und verklebt,dann
ist eine Zwangspause noetig,bis alles trocknet und die Oberflaeche der roten
Erde ein befahren moeglich macht,von Luang Namhta bin ich die
Nationalstrasse 1 gefahren, weil sie als schoenste Scenic View Road im
Guidebook ausgeschrieben war,einspurig schlaengelt sie sich durch
Djschungelgebirge teils Asphalt,und Schotter und Erde,Luang Phrabang,die
Laos Stadt schlechthin,morgens laufen Monks-Moenche durch den Strassen um

Almosen zu erbeteln,der Koenigspalast ein Museum,die vielen Tempel sind fast
alle gleich aber immer wieder schoen zu sehen,die Buddahoehlen von Pak Ou am
Mekong nur mit dem Boot zu erreichen und das Whiskeydorf wo man schnaps
brennt weil dies mehr einbringt wie Feldarbeit,alles liebenswerte Menschen
,auf meinen abseits gefahrenen Strecken,bin ich in Doerfer gekommen die noch
nie weisse Menschen gesehen haben und schon gar nicht riesen mit schwarz
weissen Dress und ein Motorrad das als Monster hingestellt wurde,die kleinen
Kinder laufen teils schreinend weg wenn sie mich sehen,dann kommen die
Eltern mit ihnen zurueck und tasten meine Klamotten ab,die Protektoren in
der Kleidung unvorstellbar,wo komme ich her,meine Weltkarte verschlaegt
ihnen den Atem ,so weit 11 Monate fahren ,hier wo es kein Strom,Tv und Radio
gibt wird man im Dorf geboren und hier stirbt man auch ,ich war ein
Lichtpunkt im Leben dieser Menschen die jetzt gesehen haben ,dass es auch
andere Sachen gibt,in einem Ort weit wech von hier wo Menschen wie
ausserirdische rum laufen und Motorraeder haben die
rieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeesig sind,
lange werden sie mich in Erinnerung halten und vieleicht ihren Nachfahren
von diesem einem Menschen mit Motorrad erzaehlen,von einer anderen Welt,ich
werde sie ebenfalls lange in Erinnerung halten auch ohne meine Fotos,die
aengstlichen Blicke ,aber in ihren Augen ein laecheln das alles Glueck
dieser Erde ausspricht,zumindest in ihrer kleinen Welt,rund um das Dorf,denn
mehr kannten sie nicht.

Vitianne Hauptstadt von Laos,die Franzoesische Colonialzeit hat ihre Spuren
hinterlassen,breite Strassen,Champs de Elysee,eine Art Triumphbogen,als
haesslicher Betonklotz von den Einwohnern bezeichnet,fuer mich aber ein
gewaltiges Bauwerk mit einem Platz im herzen der City,die vielen
Colonialbauten und Haeuser mit Flair,Baguettes an jeder Ecke,eine
Abwechselung denn das staendige Toast bin ich satt,Brot koennen sie nicht
backen,hier wird morgens mittags abends Nudelsuppe gegessen,die bin ich
leid,die gab es schon in Thailand ect.
Die Plains of Jars naehe Phonsavan,eine baumlose Hochebene die im letzten

Indochina/Vietnam (1960) Krieg fuerchterlich zerbombt wurde, ueberall sind
die Bombenkrater zu sehen,uebersaet mit riesigen steingefaessen,wo frueher
Bronze,Messing,Eisen ect. drin geschmolzen wurde um Waffen
herzustellen,beeindruckend,hier in Laos sind mehr Bomben entlang der Grenze
zu Vietnam gefallen als in Vietnam selbst,auch heute noch sterben taeglich
Feldarbeiter bei der Arbeit weil eine Mine oder Bombe hochgeht,ich bewegte
mich immer nur auf Pfaden und Wegen,da auch ueberall Warnschilder standen,
das hier und dort noch Minen liegen.
Fuer 1 Euro gab es 12000 Kip,1 Liter Sprit kostet 9360 Kip etwa 80
Eurocent,die Unterkuenfte lagen bei 2-5 Euro fuer mich, das Essen ab 1
Euro,mit 10-15 Euro pro Tag, kommt man auch hier gut aus ,die
Eintrittspreise liegen fuer Sehenswuedigkeiten auch im Rahmen von 1-2
Euro,die Essensgewohnheiten hatte ich schon im Iran gewechselt,no Fleisch
more,hier kommen jetzt sehr Proteinhaltige Sachen dazu, wie
Hahnkrallen,Katzen,dicke Maden,Affen, kleine
Vogelspinnen,Kaefer,Heimchen,Froesche,Schnecken ,Eingeweide,alles
gegrillt,unterwegs sah ich 20km vor der Vietnamgrenze einen Lkw voller Hunde
und einen auf dem Weg nach Vitianne,die landen nicht in ein Tierheim,sondern
auf dem Teller von einheimischen und Touristen.
Ich bleibe bei mein vegetarisch,da kann ich sehen was ich esse,zumindest ist
es Gemuese und Bambusgruenzeug oder so,bei Fleisch ist das so eine sache,man
kann nicht sehen was dies zuvor war.
In Phakxe nahe dem Bolaven Plateau,Kaffeeanbaugebiet,etwa 1300 hoch,angenehm
kuehl,von 42-auf 22 Grad runter,sonst ist es drueckend schwuel und
unertraeglich,alles klitschnass vom nichts tun,hier oben traf ich die
Motorradnomaden,Eva und Ralf, schon 21 Monate auf
Weltreise,www.motorradnomaden.de (Ralf, danke fuer die mp 3 Mucke),
paar Tage spaeter gesellten sich noch Tanja und Christian,10 Monate auf
halber Welttour dazu ,www.enduroreisende.de ,wir verbrachten schoene Tage
zusammen und redeten ueber unsere Erlebnisse und Erfahrungen,die sehr
unterschiedlich waren ich als einzelreisender und sie als
je paerchen reisende,jeder machte andere Erfahrungen auf seine Weise.

Unsere Wege trennten sich spaeter da jeder eine andere Richtung einschlug.
Ich bin am 10.5.06 eingereist und am 9.6.06 nach Kambodia ausgereist,4070km
bin ich gefahren,die Einreise ueber Lao Bao nach Vietnam wurde mir nicht
genehmigt,da mein Motorrad 1000ccm hat,es duerfen nur Motorraeder mit
maximal 150ccm einreisen,ich konnte ihnen auch nicht glaubhaft machen das
jeder Zylinder meiner Kuh nur 100ccm hat,dazu sehen sie doch zu gewaltig
aus,ich beschloss so aergerlich es auch war,40 Us Dollar fuer das Vietnam
Visa und 500 km umsonst gefahren stracks nach Khong Island(4000 Inseln) zu
fahren,dort traf ich Tanja und Christian wieder,sodas ich noch etwas deutsch
sprechen konnte bevor wir uns wieder in Kambodia trennten,der Grenzauslauf
auf Laos Seite verlief einfach und easy,ich musste 10 Us Dollar fuer einen
ueberzogenen Tag des Visas zahlen,der Eingang in Kambodia verlief ebenfalls
einfach,1Us Dollar fuer Stempelung des Passes,das Carnet de Passages wurde
nicht gestempelt,da es nicht von noeten ist,hier an der Grenze kann man
gegen 20 Us Dollar und ein Foto das Visa fuer Kambodia erhalten,mit 30 Tage
aufenthaltsrecht der Weg von Laos zur Grenze ist mitten im Wald,es geht von
der Strasse die im bau ist,in 2 Jahren soll eine Breucke fertig sein,vor dem
linksknick rechts ab in den Wald ,6 Km gerade, dann steht man vor den
Holzhuetten der Kambodscha Immigrationoffice und Zoll.
Unter www.motorradkarawanne.de( ASIEN) gebe ich staendig aktuelle
Koordinaten,Adressen ueber Grenzen,Mopped-Reifendealer und andere hilfreiche
Sachen ein,schaut dort nach und ihr findet hilfreiche Infos ueber die
einzelnen Laender die ich bereist habe.

Laos das bisher 16te Land das ich seit meiner Abreise letztes Jahr im Juli
bereist habe,und nach 7 Monaten das erste mal wieder Rechtsverkehr,hat mir
am besten gefallen,touristisch noch nicht so extrem erschlossen wie die
anderen Laender und mit einer Artenvielfalt an
Pflanzen,Tieren,Essen,Bergkulissen wie ich sie noch nie erlebt habe,hier
habe ich die 40.000 gefahrenen Kilometer voll gemacht,neue Erfahrungen mit
dem verschiffen meiner Kuh ueber Fluesse gesammelt,seid Malaysia,Thailand
und Laos keinen Plattfuss mehr erlitten,nur einen defekten Endantrieb
Simmering nach den waessern,sodas ich alle 300 km nachfuellen muss,Reifen
sind bald faellig und der Austausch des defekten Simmeringes,Ersatz ist hier
leider nicht zu bekommen,aber Kambodscha wird das naechste Land sein was auf
meiner Liste steht,die Welt mit dem Motorrad zu erfahren,im wahrsten Sinne
des Wortes

Gruesse an alle Freunde,Leser
Fred klein.

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