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Norwegen´04

Mit 2 Solo Moppeds und ein Gespann

 Es war mal wieder soweit, die Öde Winterzeit brach herein, Jens und Peters Gesichtsausdruck war anzusehen
das Sie eine Wintertour ausarbeiteten.

Die Tour stand schon fest , Ende Januar geht es nach Norwegen, für 2 Wochen, aber abseits der alljährlich
stattfindenden Winterrallye´s wie Savallen.-Elg-Kristall  usw. usw..

    

Es soll von Kiel aus nach Oslo per Fähre gehen die pro Person in 4er Kabine hin und zurück ca. 175€ gekostet hat,
von Oslo aus sollte unser nördlichster Punkt der Savallensee sein , der sich ca. 500km von Oslo befindet.

Nun gut sagte ich, wie sieht es mit euren Solomoppeds aus, eine Bmw R 80 Basic von Jens und eine Kawasaki
Tengai 650 von Peter alles schon klar,  Armaflex Matten aus dem Heizungsbau als Wind und Kälteschutz vor den
Beinen und als Lenkerstulpen gebaut und die Reifen mit Spikes versehen.

In Oslo nach einer ca. 20 std. Fährfahrt ausgeruht angekommen, hatten wir Probleme mit Schnee und Matsch,
schließlich fanden wir nach drei Anläufen einen Reifenhändler der uns unsere mitgebrachten Spikesreifen umzog,
wenn man länger nicht in Norwegen war gewöhnt man sich sehr schnell an die teuren Preise.

    

Wir fuhren auch schnell aus Oslo raus nördlich auf  Nebenstrecken, die noch mit fester Schneedecke sehr gut mit
Spikes zu fahren waren, für mich mit dem XT-600Welling- Endurogespann  eh kein Problem aber selbst Jens und
Peter auf Ihren Solomoppeds hatten keine Probleme.

Nur das die Hütten teils nicht vorgeheizt sind machte uns wenig zu schaffen, Holz lag immer bereit auch wenn
draußen ca. –18°C herrschte und in der Hütte –8°C hatten wir spätestens in der Nacht eine Temperatur von
max. 32°C, sodaß wir alle Fenster Türen aufrissen um die Temperatur zu senken, dank meines Lastesel´s hatten
wir fast für zwei Wochen mitgebrachte Lebensmittel dabei, so daß wir es uns richtig gut gehen lassen konnten und
nur wenig dazukaufen mußten,  Peter viel vom Hocker wie er für eine kleine Dose Erbsen 420gr. knapp 6€ hinlegen
musste. Wahnsinn, was verdienen die hier bölkte er durch den Laden, aus einer Ecke war zu hören ein normaler
Arbeiter 3500€ Netto!!! Da war uns alles klar???????????????

    

Wir beschlossen  jetzt Richtung Lillehammer zu fahren und dort  ein wenig Zwischenstation zu machen etwas
Kultur tut gut so mal Lillehammer ja eine Olympiastadt war, wegen den Winterspielen im Jahre .................?????

Das Wetter änderte sich zum positiven, wir hatten kaum noch Schneefall , meterhohen Schnee und klares blaues Himmelwetter, wunderbar zum Moppedfahren im Winter, selbst Steigungen mit 16%  schafften unsere Moppeds
dank Spikes ohne Probleme, das allmorgendliche Raten wie viel Neuschnee über nacht dazugekommen ist hatte
auch ein Ende,  maximum waren 50cm über Nacht, da ging am anderen morgen nichts mehr, man musste warten
bis die Schneefräse kam, erst dann konnte man weiter fahren, aber hier oben scheite es nicht mehr ich denke wir
hatten hier eine Schneedicke von 1-2m, manchmal fuhren wir durch die gefräste Straße wo man nur auf den
Fußrasten stehend sein Umfeld sehen konnte, es war herrlich,
Temperaturen so um die –10°C tagsüber waren angenehm, da wir ja dementsprechend angezogen waren,
die Moppeds gut mit Windschutz und Lenkerstulpen umrüsteten unsere Tagesetappen lagen so bei 110-160km,
wir stoppten oft um einfach dem grandiosen Umfeld durch Foto´s noch mehr Eindruck für zu Hause zu hinterlassen.

    

Manchmal bezogen wir auch eine Hütte für 2 Tage um von dort am nächsten Tag Touren zu fahren , wir suchten
auch das Savallen Hotel am gleichnamigen Treffen auf, wo gleich der Besitzer rauskam und mit seinem gebrochen
Deutsch sagte das wir eine Woche zu spät kämen die Savallenrallye war letztes Wochenende, wir beruhigten Ihn und
klärten im unsere Situation, dann war alles klar, wir fuhren noch um den Savallensee und bezogen am späten
Nachmittag wieder unsere Hütte auf einem Berg mit wunderbaren Blick auf die Jotunheimen Berge bei einem der
schönsten Sonnenuntergänge die wir jemals mit winterlicher Kulisse sahen.

Es fing wieder zu schneien an was beim fahren sehr hinderlich ist, da man ständig den Schnee der sich vor dem
Visier fest pappt wegwischen muß .

Wir hatten keine Heizbaren Visiere, Peter hatte sich ein kleines Heizkissen gebaut, was er bei Bedarf in den Helm im Kinnbereich schob um das zufrieren des Visiers zu verhindern, meine Eigenkonstruktion fing irgendwann Feuer und verschmorte, ich hatte wohl die Heizdrähte zu nah beieinander verlegt , so daß sie in der Socke verschmorten
und ich gerade noch alles aus mein Visier und Halsbereich raus reißen konnte um schlimmeres zu verhindern.

    

Wir beschlossen noch eine Übernachtung in Oslo zu machen um am anderen Tage einen Stadtbummel zu
unternehmen zum Abschluß der 2 Wochen , man bestaunte uns mit den Motorradklamotten, viele Einheimische
die auch Motorrad fahren verstanden uns nicht im Winter zu fahren, aber wir aus dem Norden haben ja nie
richtig Winter, geschweige den Schnee, deshalb zieht es uns alle paar Jahre mal raus in ein Land wo dies ganz
natürlich ist auch wenn wir immer wie Menschen von einem anderen Stern angesehen werden, unserer
Thermoklamotten wegen .

    

Wir sind ca. 3000km gefahren, unter extremsten Bedingungen, die Moppeds hatten keine Probleme, da wir sie
zu Hause sehr gut vorbereiteten mit dünnen Winteröl und Spikesreifen, abends deckten wir sie mit einer großen
Plane ab, hatten somit auch keine eingefrorenen Bowdennzüge und die extra mitgebrachte Hawker Gel –Batterie
mussten wir nicht einmal zur Starthilfe nehmen, mein Xt 600 Gespann hatte ich vorne fast komplett zugangen,
damit kein Fahrtwind drankommt um eine Betriebstemperatur von ca. 80° C zu bekommen ,alles in allem ein
Kurzurlaub den wir nicht so schnell vergessen werden.

 Gruß an alle winterfahrenden und restlichen Bikern,   Fred Klein und Peter Wilke ( VA-Peter)

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