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Polen´04

Bei unbeständigen Wetter im Mai 2004  brachen wir 3 Mann und eine Frau mit den Moppeds ins benachbarte
Polen auf, über dem Warschauer Highway, die A2 bei uns genannt ging es Problemlos vorwärts, unsere erste
Übernachtung hatten wir gleich hinter der Grenze, wir wurden sehr freundlich mit Kaffee und Kuchen empfangen,
so als ob man schon auf uns wartete, wir hatten zwar Campingutensilien mit, zogen es aber wegen dem günstigen
Preisen vor ein Haus zu mieten, als unsere Zelte womöglich im Regen auf oder abzubauen, da es sehr
wechselhaftes Wetter gab.

    

Wir beschlossen am Abend zuvor, immer eine Route auszuwählen, die Abseits der Hauptstrecken lag um mehr
zu sehen statt auf dem Verkehr zu achten, da es alles blühte und der Frühling in vollen Gange war.

Wir fanden Abseits der Hauptstraßen einen neuen Campingplatz, den man ca. 3-5 km nur über eine sehr gut zu
befahrende Piste erreichen konnte, mit einen neuen großem Holzhaus, wo es auch die Möglichkeit gab,
Zimmer zu mieten, direkt am See gelegen, optimal um hier einige Tage zu verruhen und von hieraus unsere
Touren durch die gesamte masurische Seenplatte zu planen und durch zuführen.

    

Nach einem kräftigen Frühstück ging es zur Wolfschanze, bzw. den riesigen zerstörten Bunkeranlagen aus dem
zweiten Weltkrieg, was da an Beton verbaut wurde, Wahnsinn!

Wir hatten immer Tagesetappen von etwa 200-250km ausgearbeitet um auch noch Zeit fürs gemütliche Beisammen
sein zu haben, an der Grenze zu Königsberg ( Kaliningrad ), verwies man uns auf Danzig, da wir kein Visum für die
russische Förderration hatten, könnten wir dort eins bekommen, wir zogen es aber vor dies bei einer anderen
Tour mal mit einzuplanen, da an der Grenze kein Tagesvisum erteilt wurde, Schade.

    

Am anderen morgen um 6 Uhr dann der Schock, eines unserer Motorräder war weg und die anderen Koffermäßig aufgebrochen.

Man hatte sich die beste von den vieren ausgesucht, Wolfgangs Gold Wing war verschwunden, trotz Polizei
und sofort eingeleiteter Suche hieß es, sie sei wohl schon in Russland, umso schlimmer sei angemerkt,
Wolfgang hatte seinen Teilkaskoschutz ein Jahr zuvor gekündigt, er bekommt keinen Cent, es traf uns alle schwer,
die Stimmung war auf dem Nullpunkt, Wolfgang entschloß sich mit dem ADAC Leihwagen nach Deutschland
zurück zufahren, ihm ist der Spaß vergangen.

    

Wir drei entschlossen uns, schnellsten aus dieser Gegend zu verschwinden, Richtung Bialystock, zu einem
Nationalpark in dem es Wölfe und Wisente geben sollte.

Dort verbrachten wir zwei wunderbare Tage in einem Holzhaus, die Moppeds ketteten wir jetzt immer an den
Vorderrädern zusammen, um einen weiteren Diebstahl vorzubeugen.

    

Dann plötzlich der Entschluß, nach Litauen und evtl. Lettland weiter zufahren um von dort mit der Fähre nach
Deutschland zurück zu kommen.

Abseits der Hauptstrecken ist man sofort auf Naturstraßen unterwegs, das heißt, auf Schotter oder festgefahrenen
Erdwegen ,die aber wunderbar zu befahren sind, wir drei hatten Enduros, die dafür ausgelegt sind auch mal über
Stock und Stein zu fahren, aber selbst mit Straßenmotorrädern kann man diese Strecken befahren mit gemäßigtem
Tempo selbstverständlich.

    

Litauen und Lettland sind noch sehr unberührt vom Tourismus, aber die Menschen dort sind sehr freundlich und
stellen sich auf dem Tourismus der in den kommenden Jahren auf sie zukommt ein, es gibt sehr viel private
Unterkünfte und Camping ist auch schon möglich, der privaten Initiative sind keine Grenzen gesetzt.

    

Wir besuchten die kurische Nehrung, eine vorgelagerte Landzunge die noch unberührte Natur und ein
Wanderdünengebiet vorzuweisen hat ,alles unter Blick der russischen Förderation, denn auf der kurischen
Nehrung ist der Grenzübergang ins benachbarte Königsberg (Kaliningrad) auch nur mit einem im Vorfeld
beschafften Visum möglich.

    

Eine drei Tages Tour ins benachbarte Lettland zur Stadt Riga stand auch noch an, da wir uns kundig machten,
dass wir eine Fähre von Klaipeda nach Kiel kriegen die pro Person incl. Kabine 150€ kostete, hatten wir etliche
Tage an Zeit gewonnen, da wir nicht über Land zurück mussten, die Fähre war innerhalb 24 Stunden über Nacht
in Kiel.

    

Wieder über Küstenstrecken und Naturstraßen zurück ins Litauische Klaipeda, unser Entschluß stand fest
nächstes Jahr wieder hierher zu kommen um dann weiter über Estland,  Russland und Finnland die Ostsee
zu umfahren.

    

Wir genossen noch einen wunderbaren Tag in Klaipeda, (Litauen) eine sehr schöne Hafenstadt, unsere Motorräder
brachten wir immer, wenn möglich auf bewachten Parkplätzen gegen geringes Entgeld unter.

    

Der Diebstahl in Polen steckte uns immer noch in den Knochen, es ist aber nichts mehr passiert.

Die Fähre Lisco Gloria brachte uns innerhalb 24 Stunden wohlbehalten ins heimische Deutschland nach Kiel,
wo wir vormittags ankamen und die letzten 400 Kilometer auf einer Arschbacke gen Heimat abspulten.

Insgesamt sind wir  entspannte 2500km gefahren, die Fähre ersparte uns 3 Tage Rückfahrt, die wir in Litauen und
Lettland genossen konnten.

Wolfgangs Gold Wing ist bis heute nicht aufgetaucht, nach 5 Wochen bekam er einen Aufhebungsbescheid,
das die Suche beendet ist.

Diese Story ist Wolfgang gewidmet, der nach über einem Jahr Trauer den Verlust seiner Wing überwunden hat.

 

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