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Rumänien´04

Wie, Du willst nach Rumänien und in die Ukraine, dann noch mit dem Motorrad, pass bloß auf das Sie dich
nicht umbringen.  

    

Das war die Antwort von Ukrainischen Arbeitskollegen hier in Deutschland ?

Mein Entschluß stand aber lange bevor fest, da ich nach etwa 4 Wochen mein Ukrainisches Visum über ein
Reisebüro für 60 Euro problemlos geordert hatte, ab Mai bis September 2005, hat die Ukrainische Regierung für
deutsche EU Bürger eine Visa-Freistellung probeweise erwirkt um mehr Touristen in die Schwarzmeerregion
zu locken.

Ich wollte im August 2004 für 3 Wochen mit meiner alten  BMW R100 GS in den Karparten nach Rumänien
bis zum schwarzen Meer ins Donaudelta und über die Ukraine, Ungarn, Slowakei-Tschechische Republik zurück
nach Deutschland. 

Da ich einen 43 Liter HPN Tank montiert habe, brauchte ich erst in der tschechischen Republik dank
langsamer Fahrweise tanken, ab jetzt ist alles billiger wie bei uns in der BRD stellte ich sofort fest, mein
Streckenverlauf legte ich abends zuvor immer anhand der Karte nur nach Kurvenreichen Nebenstrecken 
Richtung Slowakei ins Tatragebirge ,Rumänien in den Karpaten bis zum Donaudelta fest.

    

Campingplätze gab es reichlich in den Gebirgszügen, meist lagen sie Idyllisch an Flüssen und Seen, morgens
wurde gefrühstückt und Mittagessen viel aus, abends gab es meist was warmes, ich beköstigte mich selbst,
aber hin und wieder probierte ich auch die einheimische Küche, es ist für uns deutsche alles billig gewesen,
aber ich mag den Reiz des selbst bruzeln, nach dem man sein Nachtlager gerichtet hat, es gehört einfach zum
campen dazu.

Ich habe für diesen Trip mit allem drum und dran gerade mal 500Euro ausgegeben, bin ca. 7000km gefahren
und habe mir auch das ein und andere Gute gegönnt, längst sind diese Zeiten bei uns daheim vorbei.

Die Menschen unterwegs waren alle zuvorkommend und nett, wenn ich nach dem Weg fragte eilte das
halbe Dorf zusammen und wollte helfen, wo erlebt man so etwas noch.

    

Die Karpaten ein Gebirgszug der sich von der Ukraine bis nach Bulgarien zieht, die Menschen allesamt freundlich
und hilfsbereit, mit Englisch kommt man hier gut zurecht.

Sobald man eine asphaltierte Straße verlässt ,geht es auf Naturpisten weiter durch die Dörfer dort in den Bergen
regnet es auch des öfteren, da es teils auf 1000 Meter hochgeht, ich hielt mich in den Karpaten Oriental nördlich
gelegen auf, dort traf ich auch ein Bikerpaar aus Bayern, wir fuhren ein paar Tage zusammen,
bis zum schwarzen Meer, ins Donaudelta,

Unsere Wege trennten sich hier, ich wollte weiter nach der Ukraine bis zur Halbinsel Krim und Sie zurück
nach Deutschland.

    

Das Donaudelta ein riesiges Naturschauspiel, einmalig in Europa, seltene Vogel-und Tierarten leben hier
noch zurückgezogen, vor dem Menschen. Von Tulcea aus bietet sich die Möglichkeit Bootstouren ins Delta zu
unternehmen ,ich zog es vor direkt reinzufahren erst mit einer kleinen Fähre rüber dann soweit bis zum
Holzhüttencampingplatz, (Achtung, aufpassen, der Besitzer liebt seinen Rasen, nicht befahren).

Da  ich eh nur noch ca. 10 Tage Urlaub hatte zog ich es vor langsam Richtung Ukrainische Karpaten um Moldavien 
herum zu fahren.

    

In Siret nördlich in Rumänien passierte ich die Grenze zur Ukraine, sie waren alle erstaunt, bin wohl der erste
Motorradfahrer an der Grenze gewesen, passierte diese nach einer halben Stunde warten problemlos,
ohne Gepäckkontrolle und Schikanen, alle sind freundlich, dort merkte ich aber auch das ich keine Schilder lesen
kann, da alles auf kyrillisch geschrieben steht und mit Englisch ist man hier hoffnungslos verloren, das erste mal
seid Jahren benutzte ich wieder Hände und Füße zum sprechen was sehr gut ankam, konnte damit die ein und
andere Situation freundlich klären ,ein Kompass war in den Städten von Vorteil, da ich mir immer die
Himmelsrichtung in der ich wieder raus musste vor Augen hatte.

Hier endet jede Straße die von der Hauptstrasse abgeht in Erdpisten übelster Sorte
,hier ist eine Enduro unabdingbar,
einige ältere Leute sprechen noch Deutsch.

    

Ich zeltete dort auch abseits wild in den Bergen, ohne Probleme oder nachts Besuch zu bekommen,
nur einmal gesellte sich ein Russe dazu, der jedes Jahr im Sommer für ca. 8 Wochen zu Fuß unterwegs ist und
sich nur von dem ernährt was er unterwegs im Wald findet. außer den Zigaretten und  Wodka, den er bei sich hatte,
wir unterhielten uns die halbe Nacht mit Händen und Füßen am Lagerfeuer, es war bitterkalt , er schlief direkt neben
dem Feuer, musste es die ganze Nacht am brennen halten, damit er nicht friert, oder um die dort noch freilebenden
Wölfe und Bären auf Abstand zu halten !

    

Meine Tage waren gezählt, ich musste zusehen das ich langsam Richtung Ungarn, Slowakei,
Tschechische Republik nach Deutschland komme, fuhr wieder durch die Tatra auf Nebenstrecken und keinen
Weg doppelt, die Campingplätze waren teils sehr voll weil die Einheimischen auch noch Urlaub hatten, so langsam
kam das beklemmende Gefühl des Übervollen Europa wieder auf mich zu und das alltägliche Berufsleben, 
Montag bis Freitag von morgens bis Abend zu arbeiten um Geld zu verdienen, die Wochenenden sind das einzige
was einem noch aufrecht hält.

    

Trotz alledem die teils neuen EU-Länder wie Rumänien ect. sind allemal eine oder mehrere Reisen wert,
der Tourismus ist erst langsam auf dem Vormarsch, in 10 Jahren ist es vielleicht schon zu spät, oder wo ist es
sonst noch möglich abseits der Asphaltierten Straßen noch Offroad fahren zu können ohne das man von den
anderen beschimpft und vertrieben wird, ich habe dies erlebt , deshalb, auf in die neuen EU-Länder,
solange dort nicht alles asphaltiert ist.

 

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