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Südamerika III´2011



Suedamerika 3

2 Stuerze, 1 defekte Batterie, ein undichter Wasserkuehler, sind das Ergebniss einer mehrere Wochen dauernden Fahrt auf dem Altiplano,-Hochplateau ( 4-4800m) von Chile und Bolivien.

Vorab, der Spruch vieler anderer Reisenden mit dem Motorrad in Bolivien zur Laguna Colorado und zum Rocktree, Steinbaum zu gelangen, dass schaffst du nie, mit nem vollbeladenen MOTORRAD, dann noch ohne Einspritzer, knietiefer Sand, verspurte tiefe Spuren, undefinierbare Strecken, sind alles bloedsinn, ich habe es geschafft.

Es ist alles nichts gegen Afrika, denn der Sand dort ist nicht tragfaehig. Diese Motorradfahrer sollten einmal in Afrika in der Tenerewueste etc. umherfahren,

Dann wissen sie was ich meine, das ist mit einem voll beladenen Moped nicht zu schaffen.

Ich bin die Bolivienstrecke mit drei weiteren Motorradfahrern, darunter eine unerfahrene Frau gefahren sowie einem Gespannfahrer, wir alle hatten damit keine besonderen Schwierigkeiten, natuerlich ruschte,-stuerzte der ein oder andere, (ich zweimal) aber wir hatten teils noch mit verschneiten Spuren zu tun, da es kurz zuvor einen Wintereinbruch gegeben hatte,der unseren Streckenverlauf, nach 5 Tagen warten in San Pedro de Atacama, Chile voellig umschmiss.

Am 16.6.11 verabredetenen wir uns, 4 Motorradfahrer, um gemeinsam von Calama aus nach San Pedro de Atacama, Chile nach Bolivien einzureisen,
zwei Tage spaeter auf unserer Fahrt gab es einen unverhofften Wintereinbruch, fuer diese Jahreszeit ungewoehnlich, somal wir in der trockensten Wueste der Welt wollten, das Atacamadessert.
Der Pass nach Argentinien und Bolivien war fuer 2 Wochen gesperrt, hunderte von LKW's sammelten sich in San Pedro de Atacama, am Zollbereich.

Ich fuhr zweimal den Pass soweit machbar hinauf wie moeglich, stellte dann fest das zuviel Schnee lag und keine Raeummaschinen in Richtung Bolivien unterwegs waren. Mein Entschluss stand fest, nach Ollague, Chile zu fahren und weiter noerdlich nach Bolivien hinueberzufahren, dieser Pass sollte geoeffnet sein hiess es.

Susan aus Australien, Kurt, Schweiz, Phillip, Oesterreich schlossen sich an, gemeinsam ging es nach Bolivien.

In Ollague auf knapp 4000m Hoehe naechtigten wir in einem Hospedaje, (Hostal), am naechsten Tag ging es fast immer auf Hoehenlagen von 4-4500m auf dem Altiplano weiter Richtung Laguna Colorado, die Luft ist duenn und die naechtlichen Temperaturen lagen bei etwa 10-15 Grad minus. Unterkunft findet man an den Lagunen, zelten brauchten wir nur einmal, am Rocktree, Steinbaum, wo unzaehlige 4WD Tourgruppen am Nachmittag Station einlegen, aber nach einer halben Stunde wieder verschwinden. Die Motorraeder sprangen meist ohne Starthilfe am naechsten Morgen an, Meinen Luftfilter musste ich oftmals nach 200km Piste reinigen, weil er mit einer 2mm dicken Staubschicht versehen war.
ie Strecke zu den Lagunen und Rocktree war einfach zu finden, durch die vielen 4 Wd Touren haben sich unzaehlige Routen gebildet, alle fuehren zum selben Ziel.

Susan, eine Australierin mit ner 200ccm Enduro, die gerade erst 3 Monate auf dem Motrrad sitzt hatte ihre Probleme, nachdem Phillipe ihre Gepaeckrollen auf seinem Gespann transportierte, klappte es besser, zur Sicherheit und Aufhebehilfe, fuhr immer jemand von uns hinter ihr her. An der roten Lagune Colorado angelangt, entschied ich mich, wegen Schlaflosen naechten, verfrueht Richtung dem Salzsee Uyuni zu fahren, die anderen wollten 50km suedlich nach einer Thermalquelle runter, ich musste unterhalb 4000m kommen, dann geht es mir besser, somal ich Astmathiker bin und nur 70% meiner Lungenleistung zur Verfuegung habe.

Von der Laguna Colorado nach Villa Mar sind es nur 100km ?,darauf folgt ein etwa 60km sandiges Stueck nach Villa Alota, mit vertieften 4Wd Spuren, aber auch mit ner vollbepackten Klr 650 ohne Sturz befahrbar, die letzte von zwei Flussquerungen hatte es in sich, da die Bruecken noch in Bau sind und man sich eine Flache Ueberquerungsstelle suchen musste, ich fand nur eine schmalle Fuessgaengersteinbruecke, aber es klappte.

Noch weitere 2 Km ueber eine Nebenstrecke, weil die Hauptpiste wegen Bauarbeiten gesperrt war, kurz vor dem dunkel werden war ich in Alota.
Eine Unterkunft habe ich nur mit Schwierigkeiten gefunden, alle Restaurant's waren geschlossen, weil es Sonntag war, somit holte ich meinen Benzinkocher raus und koechelte selber vor mir hin. Am naechsten Morgen ging es weiter ueber San Cristobal, wo es Benzin gab, nach Uyuni.

Dort angelangt suchte ich mir gleich eine Unterkunft, Kurt kam kurz nach mir an, und hinterliess eine Nachricht fuer mich, ich war erstaunt das er schon hier war.

Wie sich herausstellte hatte er die Schnauze voll und fuhr den anderen davon, wir sollten uns alle hier in Uyuni wiedertreffen.

Susan kam am anderen Nachmittag angefahren, sie hat mit Phillip 40km ausserhalb gezeltet, weil er kurz vor Dunkelheit einen Plattfuss am Antriebsrad hatte.
Sie organisierte einen LKW, Kurt und ich fuhren mit unseren Motorraedern mit, um notfalls das Gespann auf dem LKW hinaufzuheben, mit mehren Leuten.
Zuerst fuhren wir 15 km in die falsche Richtung, habe mich auf mein GPS verlassen, sorry, die Hoehe.

Dann hatte Susan Probleme den Zeltplatz wo Phillip wartete wiederzufinden, nach laengerem hin-und herfahren fanden wir Phillip in seinem Zelt.
Nicht wartend am Strassenrand und vorbereitend seine Ausruestung zusammenpackend, obwohl er wusste das Abschlepp-Hilfe unterwegs war, grrrrhhhhhhhhhhhh.

In Windeseile fuhr Phillip mit Schiebehilfe sein Gespann an einer provisorischen Auffahrrampe mit zwei Bohlen heran und anschliessend auf dem LKW hinauf auf.
Ich machte Druck, weil die Dunkelheit bevorstand und ich nicht im dunkeln 50km Piste, dazu bei Eiseskaelte zurueckfahren wollte. Natuerlich kam die Dunkelheit und ich fuhr 40km im finsteren zurueck, was ich aeusserst ungerne tat.

Somal meine Batterie platt war, das heisst Motor aus, anschieben.
Alles ging gut, Phillipe reparierte sein Plattfuss und ich suchte eine neue Batterie, die sich nach einiger Zeit auch fand, eine anschliessende Fahrt zum Salzsee Uyuni zeigte, das dieser im vorderen Bereich, von Colchani aus mit Wasser ueberdeckt ist. Dies teilte ich den anderen mit und der Entschluss eine 4WD Tour zu buchen auf dem Salar de Uyuni stand fest. Wir wollten unsere Motorraeder durch das extrem Salzhaltige Wasser nicht schaedigen, die Tour mit dem 4WD war gut, und billig (18,-Euro, pro P.) aber nach einer gewissen Zeit wird es langweilig, schon beeindruckend das es solch eine riesige Salzseeflaeche gibt, 190km lang und 130km breit, im vorderen Bereich bei Colchani wird von den Bewohnern die oberste Schicht, 2 cm Salz abgetragen und zu Salz fuer den menschlichen Gebrauch verarbeitet, das darunterliegende wird fuer den Tierverzehr und Industriellen Bedarf verwendet.

In der Mitte gibt es eine Insel namens Incahuari, die mit riesigen Kakteen und Felsen ueberwuchert ist, dort legten wir eine Pause ein und genossen ein simples Essen, anschliessend machten wir einige Fotos auf dem Salar mit witzigen Positionen und Figuren. Dann ging es wieder zurueck nach Uyuni, am naechsten Vormittag gemeinsam Richtung Potosi weiter, an der Tankstelle in Uyuni stellte ich einen Wasserverlust an meinem Wasserkuehler fest.

Nach unserer 4WD Tour stellte ich am Hostal fest, das Kinder mit meinem Ueberbrueckungskabel rumgespielt haben und es zwischen Phillip und mein Moped vertueddelt haben, ich bin sicher, das diese mit einem Stueck Holz in meinem Kuehler rumgestochert haben und dieses Loch entstanden ist.

In Potosi auf 4070 m Hoehe angelangt, wieder kurz vor der Dunkelheit, fanden wir die ausgemachte Unterkunft, Phillipe kam im dunkeln an, musste wieder Reifenpilot in seinem Hinterrad einspruehen weil er einen schleichenden Plattfuss hatte. Die Nacht blieb schlaflos fuer mich, ich entschied mich gegen die gebuchte Silberminentour und wollte runter auf niedriger Hoehe, nach Sucre.

Dort angelangt traf ich Frank mit seiner 1200 GS wieder, wir kannten einander schon vom HU-Treffen in Viedma, Argentinien.

Hier waren noch weitere Biker aus Daenemark, mit neuen Tenere's(660) und ein deutsches Paar mit KTM'S aus Bayern, Elisabeth und Rupert, schon 2 Jahre

unterwegs. Tags darauf kamen noch Susan, Kurt und Phillipe, ein kleines Bikermeeting im Hinterhof unseres Hostal Pachamama in Sucre, 9 Bikes, nett unter Gleichgesinnten zu sein.

Hier trennen sich die Wege aller Anwesenden, mich zieht es weiter nach Santa Cruz, dann nach Brasilien.


Besuch eines alten Motorradclub, Kumpels in Arica, Nordchile:

Frank Richter, damals Yamaha TDM 800 Fahrer, heute Harley Davidson,
mit Tendenz zu BMW 1200 GS, ich habe eine Einladung bekommen ihn zu besuchen, von meiner Heimatzeitung, die Neue Westfaelische Zeitung.
Weil sein Vater ueber meine Zeitungsartikel und der Reise Aufmerksam wurde.
Die Rila-Feinkostwerke aus Levern, Frank, einer der beiden Soehne fuehrt ein Zweigwerk in Arica, diesen besuchte ich Anfang Juni, beide waren wir uns ein wenig fremd, weil es schon zwanzig Jahre her ist das man sich sah, aber nach dem Erzaehlen und Gerede ueber alte Zeiten, kamen die Erinnerungen wieder.
Ich war nur kurzzeitig Mitglied im Club, viele Namen und Mitglieder wie Wolfgang Schiedeck waren in den Gedanken haengen geblieben, es war eine schoene Zeit, bei Frank und seiner Familie fuer einige Tage unterzukommen,

recht herzlichen Dank fuer die Verkoestigung, Firmenfuehrung und Einladungen bei Freunden, sowie unsere kleine Motorradrundfahrt. Naechstes Jahr auf dem Weg Richtung Norden komme ich wieder vorbei und spreche hoffentlich spanisch, sodas ich mich mit deiner Frau und den anderen Unterhalten kann.
Auf den grossen Hoehenlagen macht auch ein normales Vergasermotorrad keine Probleme mit dem fahren. Sicherlich ist der Motorenoelverbrauch und Benzinverbrauch um einiges Hoeher wie bei Einspritzer Modellen, ich stellte ab 3800m fest ,das meine Bergziege nicht im Standgas laufen wollte, der Motor starb ab, ich drehte einfach das Standgas hoeher, sodas sie auf etwa 1300U/min lief, das war es. Es gab der grossen Kaelte wegen, morgens Startprobleme, sodas ich mehrmals Starthilfe von Phillip seinem Gespann brauchte, er hat dort eine Autobatterie eingebaut. Aber selbst er hatte an den El Tatio Geysiren eines morgens Probleme das Bike zu starten.
Wenn die Sonne hoeher stand, etwa ab 9-10 Uhr klappte es immer einwandfrei mit dem anspringen der Motoren. Ich stellte fes, das wenn ich 20W50 Oel im Motor hatte, dieses zaeher war, der Kaelte wegen, mit 10W 40 sprang der Motor besser an,( morgens). Verbrauchte aber auch mehr Motorenoel auf der Hoehe. Groesstes Problem mit der Bergzieg war der Luftfilter, diesen musste ich manchmal taeglich saeubern, weil dieser extrem mit Staub versetzt war und der Motor keine Luft bekam zum verbrennen. Ansonsten gab es noch die Moeglichkeit, den Luftfilterkasten Deckel zu oeffnen, damit mehr Luft zum Luftfilter kam, somit konnte man auch auf 4700m Hoehe bergauf mit 80km/h fahren, ich stellte aber fest, das am naechsten Morgen das Motorrad nur sehr schwerfaellig starten wollte, beliess es also nur bei diesem einemal.

Mir ging es bedeutend schlechter auf Hoehe wie dem Krad, ich konnte nicht schlafen, waelzte mich dauernd im Schlafsack und bekam kein Auge zu, ich fuehlte mich besser wenn ich stand, sobald ich in die Waagerechte lag, hatte ich Atemprobleme, auch das Gefuehl ich habe Wasser in der Lunge. Beim Husten merkte ich es ,ein Geraeusch wie beim Asthma, keine Kopfschmerzen oder sonst was, nur beim morgendlichen Aufstehen, beim buecken oder ueberbeugen des Oberkoerpers, hatte ich sehr oft das Gefuehl ich muesste mich erbrechen.
Ich habe Asthma und nur 70 % meiner Lungenleistung zur Verfuegung, bin deshalb vermutlich vorbelastet und zog es immer vor ,schnell wieder unterhalb der 4000m Grenze zu kommen, weil es mir dort einfach besser ging.
Wenn man mit 4 Motorradfahrern unterwegs ist, kommt vieles anders wie geplant, es hat Spass gemacht, aber es gibt immer irgendwelche Situationen die den Tag nie enden lassen. Morgens kommt man zu spaet los und abends fast immer in die Dunkelheit hinein, was ich persoenlich aeussert ungerne tue.
Bolivien ist von den bisherigen Reiselaendern in Suedamerika das guenstigste,
Essen, Unterkuefte und Benzin sind bei weitem billiger wie in Argentinien und Chile, dass das teuerste Reiseland bisher ist.

Ich bin nun auf dem Weg nach Brasilien, um anschliessend ein paar Freunde aus Espelkamp, die in den 90igern nach Paraguay ausgewandert sind zu besuchen und dort ein wenig zu arbeiten.
Meinen 50igsten Geburtstag werde ich in Pantanal, Nationalpark, Brasilien, mit der Einheimischen Vogelwelt feiern und verbringen. Das sechste Reisejahr ist fast beendet, mehr wie 200.000km liegen hinter mir und ich bin selber gespannt, was mich noch alles erwarten wird in dieser fantastischen riesigen Welt, die kein Ende hat.

Allen Lesern einen schoenen Sommer, Gesundheit, Motorradtouren, etc. demnaechst mehr aus Brasilien,

Fred Klein.

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