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Südamerika IV´2011



Suedamerika 4

Hola liebe Freunde und Besucher meiner Webseite,

viel ist passiert in den letzten Monaten meiner Reise durch Suedamerika. Eins steht aber fest, ich werde nun ein wenig schneller vorwaerts Reisen, denn am 15.2.2012 habe ich die www.Stahlratte.de gebucht, die mich samt “Frieda” der Bergziege von Cartagena, Kolumbien nach Panama bringt.Innerhalb von 4 Tagen geht es ein wenig durch hoffentlich ruhige Gefilde.Ein erster gelungener Raubueberfall (13.11.) gegen mich musste ich in Cochabamba, Bolivien erfahren, verloren habe ich dabei etwa 130 Eumel und meine Canon G 11 Digitalkamera, sowie alle Fotos von Paraguay bis nach Bolivien. Aufgrund des Einsatzes von einem langen Messer von denen mich einer der beiden Personen,-Banditen bedroht hatte und auch mehrfach versucht meine Bauchgegend zu treffen,- stechen, gab ich klein bei und warf meine Geldboerse von mir und gab den Rucksack frei, alles ist auf einem Sightseeing Punkt dem Freiheitsmonument passiert. Das schlimme daran, es waren zwei Leute die genauso wie die Touristenpolizei gekleidet waren.Ich fuehlte mich sicher als ich diese dort oben sah, aber dann wendete sich alles schnell zum boesen.

Von nun an bin ich gewappnet, in Peru, Arequipa habe ich mir einen metallernen Teleskop-Schlagstock besorgt, den ich von nun an bei mir trage. Ruckzuck ist dieser mit einer Handbewegung von etwa 15 cm auf 45cm ausgefahren und somit kann ich mich gegen einer Messerbedrohung wehren.

Das nur zur Info vorab, auch ein Kerl wie ich, wie ein Baum muss abwaegen wann man aufgibt. Haette ich mehr Geld bei mir gehabt, waere es auf jeden Fall zum Kampf und wahrscheinlich zu Verletzungen und einem Krankenhausaufenthalt gekommen.


Nun aber zu meinem weiteren Reiseverlauf vom Juli, wo ich Bolivien ueber Santa Cruz in Richtung Pantanal Nationalpark-Sued nach Brasilien verlassen habe um dort eine Freundin, Traute- Rose zu treffen, die ich 2007 zuvor in Australien, Darwin kennengelernt habe und wir seitdem, regen email Kontakt halten.
Traute Rose, in meinem Alter, wird sogar eine kurze Zeit mit mir auf der Bergziege gemeinsam Reisen. Das ist die Ueberraschung von der ich im letzten Bericht (Juli) geschrieben habe.
Wird es klappen, wie kommen wir aus und was wird fuer die Zukunft daraus werden? Diese Fragen stellten wir uns natuerlich im Vorfeld, aber wie soll man es wissen wenn man es nicht ausprobiert.

Salvador de Bahia, an der brasilianischen Kueste 2000km noerdlich von Sao Paulo sollte Traute- Rose am 7.8.2011 landen. Ich musste also puenktlich dort sein, und an der breitesten Stelle von Suedamerika quer durch Brasilien durchreisen, ueber 5000km trennten mich von diesem Ort.
Ich durchfuhr Gegenden wo auf hunderte von Kilometern nur Baumwolle angebaut wurde, Brasillia die Regierungshauptstadt zog mich in ihren Bann. Alles war gepflegt und sauber und es herrschte ein geordnetes Verkehrssystem ohne Chaos. Ansonsten ging es unspektakulaer tagtaeglich etwa 400-600km vorwaerts, Richtung Osten.
Ich war zwei Wochen zuvor dort, musste einiges am Mototrrad, der Bergziege austauschen und reparieren.
Eine BMW- sowie Kawasaki Werkstatt konnte ich kostenlos nutzen um Oel zu wechseln, sowie Bremsbelaege und die Steuerkette auszutauschen was eine groessere Operation gleicht, weil man Spezialwerkzeug braucht. Die Steuerkette habe ich durch Phillip einem Gespannfahrer (http://mrchurchillgoessouth.blogspot.com) mit dem ich in Suedamerika mehrfach unterwegs war zu verdanken, er brachte mir diese von einem zweiwoechigen Europa Aufenthalt mit hierher, die ich zuvor ueber ebay bestellte und direkt nach ihm in Oesterreich senden liess.
Alles klappte Reibungslos, man war sogar ueberrascht das ein Weltreisender Biker alles selber machen kann, damit haben die Mechaniker nicht gerechnet, weil andere Reisende alles machen lassen, vermutlich haben diese mehr Geld wie ich zur Verfuegung sagte ich darauf. Brasilien ist teuer zum Reisen, Benzin kostet etwa 1,40 Euro der Liter, wobei man hier auch Methanol, Alkohol, Kerosin an den Tankstellen kaufen konnte, ich tankte immer Gasolinna Commun, was auch die Einheimischen Biker tankten, damit konnte ich nichts falsch machen dachte ich.
Unterkunftspreise liegen ab 20 Eumel das Zimmer aufwaerts, einfaches Essen etwa 8 Euro, Basilien geht ins Geld, bei meinen 2 monatigen Aufenthalt gab ich genauso viel Geld aus wie in 5 Monaten Chile und Bolivien zusammen.
Als Traute-Rose einflog, war alles bereit.
Das ”Mopped” fuer zwei Personenbetrieb umgeruestet, sowie eine ruhige Unterkunft fuer die ersten gemeinsamen Tage zum Relaxen, Wiederkennenlernen und Abschalten gefunden.
Wir hatten das Gefuehl, als ob wir uns erst gestern das letzte mal gesehen haben, obwohl vier Jahre vergangen waren.
“Frieda” die Bergziege wurde gesattelt, zuerst fuhren wir in den “Chapatia Diamantina Nationalpark” wo es einen Canyon gibt und viele Fluesse wo wir ein wenig wanderten, zudem den Besuch einer riesigen Hoehle unternahmen.
Unterwegs kamen wir in ein kleines Dorf wo Pferde gesegnet wurden, nach ueber 2500km sind wir nach knapp drei Wochen wieder an der Kueste von Salvador de Bahia zurueck. Blieben dort noch wenige Tage in Bahia de Forte, wo es ein Schildkroetenaufzucht Projekt gab und gelangten dann wieder in unserer ersten Unterkunf der “Pousada de Bougainville” an.
Hier verblieben wir den Rest von Traute-Rose Urlaub, und fuhren ein wenig im Umfeld herum. Suchten ruhige Straende auf und relaxten beim Baden und Sonnen.
Der Abschied viel schwer, wann sehen wir uns wieder, beide kamen wir gut miteinander aus, wird es ein wiedersehen geben?
Das wird es, naechstes Jahr im August !

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REISETAGEBUCH EINER BEGLEITERIN AUF DER BERGZIEGE.

Hier ein paar Zeilen von Traute-Rose waehrend der gemeinsamen Reise auf “Frieda”, wie sie meine Kawasaki genannt hat.

BRASILIEN 2011 mit www.Fredontour.de

Vom 7. August 2011 bis 7./8.September 2011-10-06

4 ½ Wochen war ich weit, weit weg --- war alles weit, weit weg. Die Distanz zum Alltag wird von Tag zu Tag kleiner.

Abflug am 7. August ´11 ab FRANKFURT Anreise in aller Frühe mit der Bahn: Sabrina bringt mich nach Stuttgart

Ankunft nachmittags in SALVADOR / BAHIA in BRASILIEN

Was für eine herrliche Zeit für mich! Erholt, entspannt, zufrieden und mit Freude bin ich also wieder hier in meinem beschaulichen Leben.
Gedanklich jedoch, bin ich immer wieder weit fort von hier, fühle mich unterwegs mit Fred und Frieda.
„Frieda“ ist Fred´s treues Gefährt. Anstandslos brummte das Motorrad ( Kawasaki ) über 2500km nun mit 2 Personen von Salvador ins Landesinnere, zurück Richtung Osten an die Küste und von dort gen Süden nach Salvador. Das ist die Hauptstadt von Bahia und liegt im Nord-Osten von Brasilien.
Als ich dort am Flughafen ankam war ich schon ein bißle hibbelig, hatte ich doch Fred vor 4 Jahren zuletzt und erstmals nur kurz kennen gelernt (in Australien). Tja, da stand er schon – erwartungsvoll wir beide. Und wie es sich gehört: er holt mich mit Frieda ab!

Alles war vorbereitet:
Meine Reisetasche kam auf die extra angebrachte Gepäckplatte, Fußraster waren für mich angebracht. Nur noch den Helm ausgepackt, aufsitzen und schon ging es ab in die „Pousada Bougainville“, eine sehr schöne, gemütliche Unterkunft mit Pool und strandnah gelegen. Schön zum Ankommen, relaxen. Von dort bis ins Stadtzentrum fährt man mit dem Bus über 1 Stunde. Da ist der Reutlinger Verkehrsstau ein Klacks dagegen, im Vergleich zum südamerikanischen Verkehrschaos.
Brasilien ist ein riesiges Land, ähnlich wie Australien. So gesehen bereisten wir einen kleinen Ausschnitt und für mich stand das Motorrad -mit - fahren im Vordergrund. Ist man unterwegs, sieht man stundenlang Maisfelder, oder Orangenplantagen über Orangenplantagen, dann wieder karges Land so weit das Auge reicht.

Im Nationalpark „Chapada Diamantina“ ist wandern angesagt.
Lencois, ehemals ein Minenarbeiter-Städtchen, liegt eingebettet im dichten Grün des Regenwaldes, an einem erfrischenden Bergfluss gelegen. Dieser Fluss ist für die meisten Familien die Waschküche. Auf den großen Steinen wird die frisch gewaschene Wäsche zum Trocknen ausgelegt. Natürliche Felsenbecken laden zum Baden ein.
Beeindruckende Bergformationen in der Nähe erwandern wir.
Der Aufstieg auf den Haupt-Tafelberg „Inacio“ wird mit einem tollen Ausblick auf die umliegenden Tafelberge belohnt. Viele Grotten und Höhlen laden zum Besuch ein. Wir entscheiden uns für die Höhle „Caverna Torrinha“. 2 Stunden – Marsch im Licht einer Gaslaterne!
Die Tour und Tortur ist lohnenswert. Es empfiehlt sich allerdings, nicht in Motorradhosen rein zu gehen. Die ist viel zu warm und hinterher sieht man aus als hätte man im Sandkasten gespielt. Heißt: ab und an kommt man nur auf allen 4-en voran! Armer Fred – bei seiner Größe war´s doppelt anstrengend. Ein „Skol“ (Bier) zur Belohnung war ihm sicher!!!
Weiter verlief die Route in nördliche Richtung bis Campo Formosa, von dort wieder gen Osten an die Küste des atlantischen Ozeans:
Monte Santo, Tucano, Aracaju. In Etappen, entlang der „ Strada de Coco“ (Straße der Kokospalmen), erreichten wir Praia de Forte , ein netter Ferienort, touristisch erschlossen. Hier war es kein Problem bezüglich Verpflegung. Unterwegs waren Restaurants und Essbuden an der Straße nicht selbstverständlich. Es kam auch vor, dass wir uns mit Keksen zufrieden geben mussten. Mancherorts gibt es Brot nur in der Feriensaison und die war nicht!
Was uns gut geschmeckt hat: Moqueca (Mokekka), Eintopf aus Schrimps, Knoblauch, Tomate, Zwiebel und Dende - Öl (Palmöl). Es gibt die Version auch ohne jenem Öl, das sich verhängnisvoll auswirken kann: abführend! Acaraje ist ein Kloß aus Bohnenmasse der ebenso in Dende -Öl ausgebacken wird, um dann mit Schrimps, Gemüse und Pimenta (schwarze Würzmasse) gefüllt wird. Schmeckt lecker, Effekt ist ähnlich wie bei Moqueca. Das Bier dazu ist gut, brasilianischer Wein dagegen schmeckt viel zu süß, wie Traubensaft.
Leider ist die Sprache ein großes handicap. Wer glaubt mit Englisch oder Spanisch zu recht zu kommen, täuscht sich gewaltig.
Großes Glück hatte Fred zu Beginn seines Salvador – Aufenthaltes in einer BMW-Niederlassung und -Werkstatt. Er muß ziemlich entnervt gewesen sein, weil ihn kein Mensch verstand. Bevor er unverrichteter Dinge beinahe abgezogen wäre, brachte ein Mechaniker einen englisch sprechenden, brasilianischen Kunden daher. Es war Macio, der soeben eine BMW gekauft hatte und mit Rat und Tat Fred zur Seite stand. Er verklickerte in der Werkstatt, dass Fred seit über 6 Jahren als Weltreisender unterwegs ist, und nun sein Motorrad auf Vordermann bringen möchte. Jetzt konnte Fred loslegen und ich glaube alle hatten ihren Spass dabei.

Das Meer und der Strand kamen nicht zu kurz. Allerdings ist beim Baden im atlantischen Ozean Vorsicht geboten. Starke Strömung, Felsriffe in der Brandung, kräftiger Wellengang. Menschen verteilen sich an den kilometerlangen Sandständen, unter der Woche ist gar nichts los!

Leider kam die Zeit des Abschiednehmens. Das fiel uns richtig schwer!
Werden wir uns wieder sehen? Wir haben es fest vor! Nächstes Jahr in Ecuador, zur Hochzeit von Johannes und Naty!

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Traute- Rose Abflug war auch mein Abfahrtstag von Brasilien Richtung Paraguay, denn dort wartete einiges auf mich. Ich fuhr schnurrstracks auf den kuerzesten Weg nach Paraguay, viel anzuschauen gab es unterwegs nicht, Brasilien ist ein riesiges Land, Rio de Janeiro, Sao Paulo etc. werde ich mir im spaeteren Leben anschauen.
Vielleicht sogar mit Traute- Rose dachte ich mir und liess diese Metropolen links liegen.
Siegi und Alwine Mueller, ex Espelkamper sind in den 90iger Jahren nach Paraguay, Neu-Halbstadt im Chaco ausgewandert, Alwine hat auf meiner Abschlussparty wo sie mit ihrem Schwager Dietmar Mueller, allias “Foxi” war, eine Einladung ausgesprochen, dass wenn ich in Paraguay bin, dort mal reinschauen soll, dies tat ich auch, allerdings 6 Jahre spaeter.
Unterwegs bekam ich eine email, dass Siegi und Alwine ihren Silberhochzeitstag am 19.9.2011 feiern und Dietmar, der kleine Bruder von Siegi eine Woche zuvor am 13.9.2011 seinen 50igsten Geburtstag, nun hiess es wieder tagtaeglich 400-600km fahren um rechtzeitig dort zu sein.
Ich kam am 13.9.nachmittags im Chaco in der deutschen Kolonie, Neu-Halbstadt an.
Dietmar (allias Foxi) Mueller, Katana 750 Fahrer den ich vom Espelkamper Bikerstammtisch kenne hat mir auch einige Sachen,wie zB. neue Alukoffer, einen Kettensatz und weiteres Bikezubehoer mitgebracht, dass war wie WEIHNACHTEN fuer mich.
Foxi nochmals vielen Dank dafuer.
Abends waren wir alle gemeinsam, auch die Muetter von Siegi und Alwine sind eingeflogen und beim Essen und Trinken im Ortsansaessigen Hotel dabei. Foxi liess sich nicht lumpen, alles war gut organisiert und schmeckte vorzueglich, die Getraenke danach taten ihr uebriges dazu.
Untergebracht war ich bei Jimy Barg, ein BMW R 80 GS Biker, vermittelt durch Alwine. Jimy bohrt Brunnen und bringt den Menschen und Tieren hier das Gold wie er sagte, denn Wasser ist rar im Chaco, weil es wenig regnet, alles muss in Sisternen aufgefangen werden und oft sogar wird Trinkwasser dazu gekauft und von riesigen Wassertankern geliefert.
Der Chaco war frueher ein grosses Meer, nur sandiger Boden und keinerlei Felsen oder Steine gibt es hier, oftmals ist das Wasser zu salzhaltig und kann von Mensch und Tier nicht getrunken werden. Die Rinderzuechter hier haben harte Zeiten, weil die Weiden trocken sind und das Trinkwasser fuer die Tiere ausgeht, dann muss zugekauft werden, an Futter und Wasser.
Arbeitseinsatz hatte ich auch, bei Siegi habe ich fuer zwei Tage, Steckdosen und Schalter verkabelt, sowie Neonlampen unter der Decke angebracht und verkabelt.
Siegi Mueller selber hat einen Gesellen und 2 Lehrlinge beschaeftigt, er vermittelte mir dann in einer Autowerkstatt weitere Arbeit, bei Berthold Braun, einer alteingesessenen Autowerkstatt in Neu-Halbstadt. Dort gab ich Rickie die Hand beim Autoschrauben und anschliessend habe ich den kompletten alten Werkstattanbau an der neuen Halle von innen gestrichen, sowie einige Verschoenerungs-und Erneuerungsanstriche im Bueroraum vorgenommen.
Ich versuche in den Laendern unterwegs ein wenig zu Arbeiten um es nicht zu verlernen und Einblicke in die verschiedenen Arbeitsmaterialien,-techniken und Methoden zu bekommen.
Bei tropischen Temperaturen ist es nicht immer angenehm und reich wird man auch nicht, man kann seine Lebenskosten damit decken. In Paraguay liegt das Mindestlohneinkommen bei 1.600,000 Guaranis, was etwa 300 Euro entspricht.
Die Lebensmittel sind guenstig, weil in den deutschen Gemeinden alles durch die Cooperativen in Asuncion eingekauft wird und bei grossen Mengen, dementsprechend weniger kostet und an den Endverbraucher weitergegeben wird.
Hier im Chaco wird ueberwiegend Plattdeutsch-und Hochdeutsch gesprochen, ein jeder kann dazu auch spanisch sprechen, ich fuehlte mich hier wohl, als ob ich nie von Deutschland weg bin, alles war vertraut.
Osvaldo Schapanski, der erst kuerzlich aus Deutschland retour kam, hat mit mir ein Interview fuer Radio- und TV Chaquena, deutschsprachiger Chaco Fernsehsender gemacht, sowie der Tourimusmanager Herr Wiebe ein Interview in Textform fuer die Heimatzeitung aus Neu-Halbstadt, die einmal monatlich erscheint.
Mit Jimy Barg war ich Streckenposten bei der Chaco Rallye, die ueber mehrere Tage andauerte und durch den Chaco-Busch verlief, was viel Staub hiess.
Kalle Nagel, ex Rahdener, brachte mir inzwischen die zweite Hinterfelge fuer meine Bergziege mit, beim Reifenwechsel an der brasilianisch,-paraguay Grenze stellte ich fest, dass wieder zahlreiche Risse an den Speichennippel- Punzungen waren, nun ist eine Metallfelge statt Aluminium verbaut, die hoffentlich den Pisten in Suedamerika besser standhaelt.
Zum Abschluss von Paraguay unternahm ich noch mit Jimy eine Tour nach Ostparaguay zu den Wasserfaellen von Iguazu, dem noch groessten Hydrokraftwerk der Welt in Itapua und den Jesuitenruinen von Trinidad und Chesme, alles in allem nochmals eine 2500km Reise in einer Woche.
Ich lud zum Abschluss noch ein paar liebgewonnene Biker-und Freunde zum Abschieds-Asado ein und verliess am 10.11.2011 endgueltig nach 8 Wochen Aufenthalt bei Tachostand 86.200 Paraguay, zu der Grenze an Bolivien, mit insgesamt 3820 gefahrenen Kilometern in Paraguay.
Was dann wenige Tage spaeter in Cochabamba geschah, Messerraubueberfall habe ich als Einleitung schon erwaehnt.

In Bolivien hielt ich mich nicht mehr lange auf, weil ich zuvor schon dort gewesen bin, ebenso in Peru. Ein alter Reise-Freund, Volker aus Duesseldorf war fuer einen Monat als Backpacker in Peru und Bolivien unterwegs. Wir trafen uns um 2 Wochen gemeinsam als Backpacker zu reisen, zudem unternahmen wir eine kleine Spritztour mit der Bergziege.
Der hoechstgelegene und groesste Binnensee der Welt, “Titikakasee” und “Macchu Piccu” sowie den tiefsten Canyon der Welt, den “Colca Canyon” besuchten wir, fuer mich als selbstfahrender reisender ist das Bus und Bahnfahren ein wenig ungewohnt, man kann nicht ueberall stoppen wo man will und ist teils eingefercht in engen Busreihen und stinkender Atemluft.
Aber Ablenkungsmanoever um Rucksaecke zu stehlen gibt es in den Busterminals zu hauf, gleich am ersten Terminal, stellte Volker seinen beiden Rucksaecke ab, und gleich kam eine dicke kleine Einheimische Frau samt ihrem Mann, zueckte ihr Handy und telefonierte zwischen mir und Rucksaecke stehend so ungeschickt, dass ich gleich merkte worum es geht. Ihr Mann versuchte Volkers kleinen Rucksack zu nehmen, was ich verhinderte und sie wegschob um mir aus dem Weg zu sein, es waren aeltere Leute, aber es ging diesmal noch gut.
Der Titikakasee war schoen zum erholen und ausruhen, weil wenig Menschenmassen dort sind, der Colco Canyon ebenfalls, nur an den Aussichtspunkten kommen alle Touristen zusammen, aber an den teuren Macchu Piccu, eine alte hochgelegene Inkastadt war Chaos angesagt.
Man kann diesen Ort nicht mit dem eigenen Fahrzeug erreichen, alle Besucher muessen eine teure Bus- und Eisenbahnfahrt, sowie wieder Busfahrt bezahlen, alles zusammen etwa 80 Eumel, wobei der Eintritt nach Macchu Piccu selber schon knapp ueber 30 Eumel kostet, mein bisher hoechstes Eintrittsgeld nach dem “Taj Mahal” in Indien mit 15 Eumel in 2005.
Ob es sich gelohnt hat, es war dem Eintrittspreis nicht gerecht, somahl das Wetter bewoeklt und regnerisch war, 15 Euro haetten auch gereicht und waeren damit gut bezahlt gewesen.
Das letzte Stueck etwa 12km faehrt man mit Bussen die hin-und retour schon 16 Usd kosten, allerdings ueber eine geschotterte Strecke, ich fragte mich was mit all dem Eintrittsgeld passiert, tagtaeglich 500-1000 Personen, in Hochkonjunktur sogar bis zu 2500 Personen, die Macchu Piccu besuchen. Es ist die groesste Geldeinnahmequelle von Peru, dass ist sicher.
Der Tag des Abschieds kam, Volkers Urlaub ging zuende, am selben Tag seines Abfluges nahm ich ein Bus zurueck nach Arequipa, dorthin wo ich die Bergziege in einem Hostal untergestellt habe.
Dann ging es nach zwei Ruhetagen der Kueste entlang Richtung Equador, die Berge in Peru interessierten mich nicht mehr besonders, alles sah gleich aus, zudem war das Wetter bewoelkt und Regen deutete sich an.
Die Kueste war langweilig, weil es immer diesig war und viel Verkehr vorhanden, ein staendiges Ueberholen und Machtkampf mit den LKW’s, diese sind verdammt schnell, 120km/h war normal, oft gab ich klein bei um diese Ueberholen zu lassen um sie kurz darauf bergauf wieder zu ueberholen.
Die beruehmten Linien von “Nasca” in Peru, wo die deutsch staemmige Maria Reichl 40ig Jahre lang geforscht hat, habe ich mir nicht aus dem Flugzeug angesehen, ich musste Geld sparen, die Zeit mit Volker war teuer.
Es gab zwei Aussichtspunkte wo man hochsteigen konnte um die Linien zu sehen, man konnte von dort natuerlich keine Tier Erdzeichnungen sehen, allerdings aber etliche Linien die kreuz –und quer verliefen um sich irgendwo zu buendeln und von dort wieder in andere Richtungen zu laufen, ziemlich gerade alles, man streitet sich heute noch darueber was dies eigentlich zu bedeuten hat.
Nichtsdestotrotz folgte ich meinen Weg Richung Norden, Equador war nicht mehr weit, alle Grenzdurchlaeufe verliefen einwandfrei, in Equador wurde mir an der Grenze eine Versicherung fuer 4 Wochen Gueltigkeit ausgestellt, gegen 5 USd, das erste mal seitdem ich in Suedamerika bin, nagelte man mich darauf fest.
Ich folgte der Kueste, hier war es merklich waermer wie in Peru, das Meereswasser soll hier schon angenehmere Temperaturen haben, der kalte Humboldtstrom verlor hier seine Wirkung und wurde durch waermere Gewaesser des Pazifiks vom Norden her angereichert.
Ich machte noch einen Abstecher ins bergige Hinterland nach Cuenca, nur 200km von der Kueste entfernt ging es ueber enge Kurven bergauf ( 2500m) und durch Wolkenbaender,man sah die Hand vor Augen nicht, es wurde kalt und zudem regnerisch, ich brach am naechsten Tag wieder auf um zur Kueste zu kommen.
Wieder durch unendlich lange Wolkendecken hindurch bis ich nach 150 km tropische Bananenplantagen durchfuhr und die Hitze und Schwuele mir mit ueber 30 grad entgegen kam.
Besser heiss und schwuel wie nass und kalt, aussage eines Biker’s.
Guayaquill die Hauptstadt von Equador wollte ich eigentlich als Zwischenstopp nutzen, aber nachdem ich ueber die Bruecke gegenueber des Airports hineinkam, war ich von dem vielen Verkehr auf den teils 5 spurigen Einbahnstrassen ein wenig genervt, zumahl mir eine Stadt entgegenkam die ich nicht als besonders sehenswert ansah. Alles weitlaeufig auseinander und verstreut entfernt, ich stoppte und entschloss mich anhand meiner Landkarte nach Salinas zu fahren. Einer Landzunge die weit in den Pazifik reicht, in der Hoffnung dort etwas ruhiges fur die kommenden Tage zu finden.
Salinas muss man sich wie Mallorca vorstellen, Hotelhochburg und Urlaubsort der nahegelegenen Hauptstadt, nun war ich hier und es war spaeter Nachmittag, gefangen in der Tourihochburg, keine Zeit weiterzufahren um die Kueste nordwaerts zu kommen. Ich buchte mich 2 Tage in einer Nebenstrasse ein, ein nettes Hotel, ruhig wenn da nicht die Kinder waeren, aber es war Samstag Abend und Sonntag reisen die Einheimischen wieder ab verhiess man mir, dem war auch so.
Montag ging es weiter, es war an der Zeit, nach 30.000km wollte ich nun an der Bergziege den Kettensatz den mir Foxi nach Paraguay mitgebracht hatte, sowie den Hinterreifen, den ich schon seid Bolivien durch die Gegend fahre und die Bremsfluessigkeit auswechseln.
Ich versuchte selber den Hinterreifen an einer Tankstelle zu tauschen, aber ich bekam nicht die Decke von der Felge gezogen, mist Pirelli MT 60, die sitzen so stramm auf der Felge das man diese ohne Hilfe eines Seitenstaenders oder zweiten Person herunterbekommt, somahl er auch nur 9000km gehalten hat.
Also nahm ich ein Taxi und suchte mit dem Fahrer eine nahegelegene Vulkanisierwerkstatt auf. Auch dieser hatte Probleme den alten Reifen von der Felge zu bekommen, das Aufziehen des neuen ebenfalls Pirelli, diesmal MT 90 Reifen ging genauso schwer, mehrmals musste die Luft herabgelassen und mit dem Montierhebel nachgeholfen werden um den Reifen ins Felgenbett flutschen zu lassen. Ich hoffe damit unterwegs keinen Plattfuss zu bekommen.
Fuer 2,- Usd und 3,- Usd fuers Taxi war die Sache erledigt, ich montierte dann gleich ein neues hinteres Kettenrad, suchte mir eine andere Werkstatt die mir die vordere Ritzelschraube loeste, welche bombenfest sass. Erst eine Autoreifenwerksatt mit luftbetriebenen Schrauber konnte diese Ritzelmutter loesen, dann suchte ich mir eine Mopedwerkstatt wo ich die Kette wechselte samt Bremsfluessigkeit, was auch nochmals 2 Stunden dauerte, Luftfilter wurde mit Benzin ausgewaschen und frohen Mutes ging es 80 Kilometer weiter nach der Surferhochburg “Mantanita”.
Laut und voll mit Touristen und Langzeitaussteigern aus Amerika, die hier ihr Surfer Idol dasein tristen, alles junges Volk zwischen 20-30 Jahren. Ich war bei weitem wieder der aelteste und fuehlte mich dort auch nicht wohl als Biker unter Surfern, dass past nicht.
Ich werde die Weihnachtstage an der trockenen, warmen Kueste verbringen bevor es ueber Neujahr wieder in die kalten, regnerischen Berge nach Quito geht um dann schnellen Rittes ueber Kolumbien nach Venezuela zu kommen, denn am 15.2.2012 ist meine 4 taegige Bootspassage fuer 820,- Usd samt Bergziege von Cartagena, Kolumbien nach Panama gebucht, mit der www.stahlratte.de, aber dazu spaeter mehr.

Allen noch alles Beste fuer 2012 und vor allem Gesundheit, wuenscht Euer Fredo Klein.


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