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Südamerika V´2012



Suedamerika 5

Abschluss Suedamerika

Nach inzwischen 16 Monaten mit knapp 50.000 gefahrenen Kilometern in Suedamerika und erheblichen Bikereparaturen, wie Steuerkettenaustausch in Brasilien und erst kuerzlich den Austausch der Ausgleichswellenkette in Kolumbien, stelle ich fest, dass mein Klr 650 Motor mit einer Laufleistung von knapp 100.000km dem Ende nahe ist.
Der hohe Oelverbrauch von einem Liter, je nach Fahrweise dementsprechend mehr und die verschlissenen Kettenraeder des Ausgleichsmechanismuses machen eine Reparatur nicht mehr lohnend.
Es muss in den USA ein Austauschmotor her um die Reise ohne Probleme weiterhin fortsetzen zu koennen. Ohne endlos Geld fuer Reparaturen in den alten Motor zu stecken.

Suedamerika, ein Land das ideal fuer Motorradreisende ist, wo man auf Abwegen die fantastische Bergwelt und teils unberuehrte Natur erleben kann.
Es ist einfach sich dort zu bewegen. Wenn man erst einmal im Land ist sind die Grenzdurchlaeufe nur noch eine Frage der Zeit. Kein Carnet de Passage ist fuer das Fahrzeug von Noeten.
Europaer bekommen drei Monate gratis Aufenthaltsrecht, reicht die Zeit nicht aus, passiert man nochmals die Grenze und bekommt weitere drei Monate.
Mir selbst hat Bolivien mit dem Altiplano und den Vulkanen, sowie Lagunen am besten gefallen, ebenso Chile und Argentinien, wobei diese beiden Laender merklich teurer sind.
Die Hoehenlagen von teils ueber 4000m fordern Attribute, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Motorradprobleme beim Starten in der viel zu duennen Luft, wenn man ein Vergasermodel hat und jede Bewegung ist luftraubend.
Das Zelten unter widrigen Bedingungen bei teils -20 Grad, Sturm und Wintereinbruechen tun ihr Uebriges dazu.
Worauf man sich verlassen kann ist, dass es tagtaeglich wieder ab 8 morgens Sonnenschein gibt und diese alles schnell aufwaermt, sodass man es im Zelt vor Hitze nicht mehr aushaelt und alles frueh zusammen packt, um weiter vorwaerts zu kommen.
Stuerze gehen meist glimpflich aus weil man mit gemaessigten Geschwindigkeiten von 30-60 max. die Stunde unterwegs ist.
Ich traf etliche andere gleichgesinnte Biker mit denen ich gemeinsam unterwegs war, sei es nur fuer ein paar Tage oder auch Wochen wie mit Phillip und seinem BMW R100 GS Gespann.
http://mrchurchillgoessouth.blogspot.com mit dem er viele Probleme hatte, aber unentwegt vorwaerts strebt um Suedamerika unter die Raeder zu nehmen.
Ein Ding war es, Lagerfeuer auf ueber 4000m Hoehe machen zu wollen, um zu sehen wie es bei der duennen Luft brennt, es brennt langsamer und raucht mehr, man muss oefters Holz umschichten, damit es vollends verbrennt. Waermen tut es aber gut, obwohl bereits um 18 Uhr -5 Grad auf dem Altiplano herrschen und nachts bzw. in den fruehen Morgenstunden, 2-5 Uhr es bis auf unter minus -20 Grad geht.
Im Mai-Juni, da ist eine gute Campingausruestung unverzichtbar.
Holz wurde unterwegs am Strassenrand gesammelt, Baeume wachsen dort nicht, alles sind verlorene Stuecke von Strassenbaufirmen oder LKW, es reichte immer fuer eine Stunde Waerme, und auch mal ein Asado.
Die Bergziege hatte morgens immer erhebliche Startprobleme wegen der Kaelte, aber wenn ich gegen etwa 9 Uhr morgens fuer die Abreise bereit war, klappte es auch mit dem Anspringen von Frieda.
Die Laender Chile, Argentinien, Bolivien, Brasilien, Paraguay, Peru, Equador, Venezuela und Kolumbien wurden mehr oder weniger bereist. Insgesamt 50.000 km in 16 Monaten. Peru gefiel mir noerdlich ab Lima nicht mehr so besonders, sodas ich dort groessere Strecken hinter mir legte.
Keine Ahnung woran dies lag, waren es die teils unfreundlichen getroffenen Menschen, die langsam beginnende Monotonie der Kuestenlandschaft mit dem taeglichen diesigen oft sehr nebeligen Wetter, oder war ich schon einfach zu lange in diesem Land. Die Hauptstadt Lima gefiel mir nicht besonders, weshalb ich dort nur einen Tag verweilte.
Equador an der Kueste war ideal zum Relaxen, waehrend es extrem regnete in den nahegelegenen Bergen.
Nach drei Tagen relaxen und Baden im warmen Pazifik, bemerkte ich eine verhaertete Aussenvene an meinem linken Innenoberschenkel, die sich taeglich erweiterte bis diese letzendlich 50 cm lang war und unter dem Knie auf Wadenhoehe endete.
Ich bekam ein wenig Angst und habe meinen Aufenthalt abgebrochen um in der Hauptstadt Quito einen Spezialisten aufzusuchen.
Dort diagnostizierte man mir eine Thrombose der Aussenvene. Schock???/!!!

Es wurden mehrere Ultrasonic Untersuchungen bei zwei Spezialisten, darunter ein Gefaessspezialist unternommen. An beiden Beinen wurden ebenfalls beide Innenvenen untersucht und man teilte mir mit, dass dort keine Thrombose vorhanden ist. Diese koennen unter Umstaenden eine Lungenembolie ect. ausloesen was toedlich enden kann. Mein Vater hatte ebenfalls Probleme mit seinen Beinen und ist an Lungenembolie im jungen Alter von 69. Jahren verstorben.
Mit Spritzen und Blutverduennertabletten( Warfarina) versuche ich nun seid Monaten mein Blut auf einen Wert von 2-3 INR zu bringen.Anfaenglich habe ich mit Nierenschmerzen und sehr starken Kopdfschmerzen kaempfen muessen und die Dosis der Tabletten einfach herabgesetzt, die Nierenschmerzen und Kopfschmerzen verschwanden, somit auch der angestrebte INR Wert von 2-3. Inzwischen hat er sich bei 1,8-9 eingependelt und bleibt nun so.
Die Thrombose hat sich ein wenig aufgeloest, bzw. verkleinert und der Schmerz ist verschwunden. In Mexiko werde ich nochmals eine Ultrasonic Untersuchung machen lassen samt Bluttest wie die jetzige Situation aussieht.
Nach Equador habe ich Kolumbien bereist, sehr regnerisch in den Bergen und keine Chance an der Kueste auszuweichen, weil es keine Kuestenstrassen gibt, alles Sackgassen die man wieder retour fahren muss. Dort bin ich dann schneller durch als geplant. Am 15.2.12 muss ich in Cartagena in Kolumbien sein um die Schiffspassage nach Panama anzutreten, etwa 4 Wochen Zeit hatte ich noch dazu. Es gab heftige Gewitterregen mit Nebel in den Bergen der, dass Fahren sehr gefaehrlich machte zumal die einheimischen Fahrzeuge fast alle ohne Beleuchtung unterwegs sind, damit sie nicht gesehen werden oder weshalb auch immer, Bloedmaenner.
In Asien sagte man, erinnere ich mich: mit Fahrtlicht verbraucht der Motor mehr Benzin, in Suedamerika anscheinend auch.

LKW kommen in Kurven weit auf die andere, (meine) Fahrbahn gefahren.
Es hat so manch knappe Begegnung gegeben, nur einmal habe ich es fast krachen hoeren. Weil der Sattelzug extrem auf meiner Fahrbahnseite herueberkam, natuerlich ohne Licht im Regen und Nebel. Aber mein Schutzengel hat mir beigestanden.
Kolumbien ist Kaffeeanbauerland, dieser schmeckt bitterer wie anderer Kaffee.
Ich war ein wenig enttaeuscht ueber den schlechten Kaffee den ich dort getrunken habe, die Menschen sind nett und hilfsbereit, erwarten aber immer eine Gegenleistung in Form von barer Muenze.
Mich begleitete ein Bengel zu einem Restaurant, nachdem ich im Dunkeln danach fragte. Ich sagte Ok, finde meinen Weg dahin schon selber, aber er folgte mir und als wir dort ankamen hielt er die Hand auf, ich gab nichts.
Er blieb die gesamte Zeit dort draussen sitzen, in der Hoffnung doch etwas erhaschen zu koennen. Schliesslich gab ich ihm aus Mitleid etwas zu essen, was er erst nicht nehmen wollte aber nach draengen meinerseits dann doch nahm und in der Dunkelheit verschwand.
Ich dachte, na, haste ja mal wieder was Gutes getan und ging gut gesaettigt retour zum Hostal in Cali.

Mir gefiel die Stadt und das sehr aermliche Umfeld nicht, als ich noch abends ein wenig Internetrecherche betrieben habe, (23.30 Uhr) hoerte ich wie aufgeregt eine Gruppe junger Amis retour kam. Diese erzaehlten, dass sie mit Waffengewalt bedroht wurden, ausgeraubt und nach einem Geldautomaten gefahren wurden wo jeder der seine Kreditkarte dabei hatte Geld ziehen musste.
Ein Profifotograf darunter, verlor seine Canon, -Nikon ? Kamera und Objektive im Wert von ueber 10.000,- Usd.
Ich fragte mich allerdings, warum nimmt jemand abends solch eine wertvolle Kamera und Kreditkarten auf einer Kneipentour mit. Denn diese Gruppe verliess gegen etwa 21 Uhr das Hostal.
Ich bin bis auf den bewaffneten Messerueberfall in Cochabamba in Bolivien, wo ich etwa 130 Euro und meine Canon G 11 Digikam verlor ohne weitere Zwischenfaelle durch Suedamerika gekommen, ALLERDINGS NEHME ICH SEITDEM ABENDS AUCH KEINE Kreditkarten und groessere Bargeldsummen mehr mit.
Es war der erste geglueckte, schwere Zwischenfall bei meinem inzwischen ueber 30ig jaehrigen Reisen seit den 80iger Jahren.
Die herrliche Bergwelt von Kolumbien erinnerte mich auf dem Weg nach Venezuela an die Jungas in Bolivien, kleine historische Bergdoerfer die zum Uebernachten einluden, Pamplona eine davon.
Venezuela, eine missgelaunte Grenzbeamtin machte mir die Einreise nach Venezuela schwer, die Ausreise und Zoll von Kolumbien verlief easy und schnell keine Stunde und alles war erledigt.
Ich reiste Sonntags ein, der Zoll ist dann geschlossen auf beiden Seiten der Grenze. Bei der Ausreise gibt man nur sein Einreisepermit fuers Krad ab und gut ist. Dort wurde ein Uebergrosser Canceled Stempel diagonal drueber geknallt. Ich fuhr in Venezuela mehrere Geldautomaten an, auch in eine 25 Kilometer entfernt liegende groessere Stadt. Kein ATM gab mir auf der Visa oder Maestro Karte Geld heraus, obwohl ich verschiedene Summen ausprobierte.
In Venezuela wollte ich nicht lange bleiben, etwas in die Grenznahe Bergwelt hinein und dann ueber den grossen Binnensee zur Kueste herauf um nach Kolumbien wieder auszureisen.
Ich war genervt, wegen den Geldautomaten, ich bin teils freundlichen Einheimischen hinterher gefahren die mich zu Geldautomaten fuehrten, diese probierten dann mit ihrer Geldkarte ( Visa) Geld zu bekommen, was klappte, bei mir dann allerdings wieder nicht.
Ich entschloss mich dazu wieder nach Kolumbien retour zu fahren, den Zoll fuer die Einreise musste ich eh am darauffolgenden Tag erledigen.
Dieselbe Tante wie bei der Einreise machte Probleme das sie mir keinen Ausreisestempel in den Pass gibt. Ich verstand ich muesse bis morgen warten, Wollte ich aber nicht!
Ging dann zum Mopped retour und sah, dass nun ein Paar andere Lokale Mitmenschen an dem Ausreiseschalter standen.
Dort schaute ich ihnen ueber die Schulter zu und sah das man Geld ( 76,- Venez.) fuer die Ausreise zahlen musste.
Dies aergerte mich, waren es etwa 10,-Eumel und dazu muss man in Einheimischer Waehrung zahlen, woher nehmem wenn kein Geld von ATm”s verfuegbar ist.
Also bin ich wieder ueber die Grenze nach Kolumbien rein, die Beamten kannten mich schon und winkten mich durch.
Der Immigrationsbeamte wollte mich nicht abfertigen weil ich keinen Ausreisestempel von Venezuela hatte, ich versuchte ihm beizubringen das ich dort nie wieder hin will, er meinte aber, dass es dann Probleme fuer Ihn gibt.
Nun gut.
Also bin ich zu dem Geldtauschschwarzmarkt, denn nur dort gibt es einen Schwarzmarkt um Geld zu tauschen, in Venezuela nicht.
Ich hatte gerade noch soviel Kolumb. Peso das ich die benoetigte Summe fuer die Ausreise in Venezuela Gelda zusammen bekam.
Dann wieder durch die Grenze durch und die Ausreise erledigt, diesmal klappte es. Manche Menschen koennen sich nicht verstaendlich machen, es waere so einfach gewesen auf einem Zettel die Summe aufzuschreiben und zu gestikulieren das man dann raus kann.
Die Wiedereinreise nach Kolumbien lief ebenfalls schnell ab, man behandelte mich bevorzugt. Inzwischen waren Busseweise Ladungen mit Einheimischen dort.
Nur den Zoll konnte man nicht erledigen, der Zollbeamte versuchte noch den Canceled Stempel auf meinen zuvor abgegebenen Bikeformular Permit wegzu- radieren, es klappte aber nicht.
Nach einem Anruf hiess es dann, ich muesste bis morgen warten, in Flughafen- naehe fand ich ein Hotel. Nahegelegen an der Zollstelle wo ich morgen frueh um Acht sein sollte.
Man war das ein Tag dachte ich schliesslich, abends todmuede ins Bett fallend, was kann Reisen doch anstrengend sein.
Am naechsten Morgen nach 2 Stunden hatte ich das Eintritts Permit fuer meine Bergziege Frieda und los ging es nach Santa Marta zur Kueste nach Kolumbien hoch.

Dort habe ich eine Woche nichts getan.
Mit nichts getan meine ich, Mopped in die Ecke und nur gelaufen, Bewegung fuer die Thrombose ist gut. Dann zwischendurch die Ausgleichswellenkette getauscht die mir Thomas Grob aus Frankfurt mitgebracht hatte, tausend Dank dafuer Thomas.
Nach Motoroeffnung habe ich dann festgestellt, dass eines der Kettenraeder dazu, dass auf der Kurbelwelle ( 90.000km) schon ziemlich runtergefahren ist.
Ich hoffe damit noch bis in die USA zu kommen.
Cartagena, die Altstadtdt gefiel mir. Historische Gebaeude in allen Gassen, sehr touristisch und alle Fazillitaeten vor der Tuer und dementsprechend guenstig.
Es hiess langsam Abschied nehmen von Suedamerika, meine letzte Station sollte nun die schoene historische Stadt Cartagena sein, von dort geht es am 15.2.12 per Segelschiff, www.stahlratte.de nach Panama.
Hier blieb ich die letzten zwei Wochen in Suedameika, lief bei tropischer Hitze tagtaeglich meine knapp 10km durch saemtliche Gassen dieser netten Stadt und genoss abends eine frische Dusche und natuerlich mein Bierchen, Prost.

Demnaechst mehr ueber Centralamerika, wo ich am 18.2.2012 mit anderen Biker-Reisegefaehrten, die ich schon von Argentinien, dem HU Meeting in 2010 getroffen hatte unterwegs sein werde, www.f60punkt2.de.
Kommt alle gut in- und ueber die Osterfeiertage haltet die Spiegel oben und bleibt alle gesund,


Eurer Fredo Klein


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