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Vietnam I´06

Kaum in Vietnam und schon sehe ich innerhalb der ersten Tage in Saigon und
im Mekongdelta 2 Rucksack Diebstaehle auf europaeische
Touristen,Einheimische kommen meist mit 2 Moppeds mit je 2 Personen drauf
von hinten angefahren und reissen waehrend der Fahrt mit mittlerer
Geschwindigkeit die Rucksaecke oder aehnliches von den Personen herunter und
geben danach Vollgas, mit Rueckendeckung von dem zweiten Mopped,man kann
die Nummernschilder nicht erkennen,weil sich dies immer abends abgespielt hat,
auf belebten Touristenstrassen,man sollte sein Geld am Koerper tragen und
den Rucksack immer auf der Strassenabgewandten Seite,falls man ihn nur ueber
eine Schulter haengen hat.

Es ist schon schlimm genug wenn die Kamera weg ist aber wenn dazu noch das
Geld und die Papiere fehlen, ist der damit verbundene
Wiedebeschaffungsaerger um so schlimmer.
Eine Person kam zum Sturz und ein anderes mal wurde sie nur seitlich
weggedreht,jedesmal mir Erfolg fuer die Diebe.
500 radelkilometer liegen hinter mir im Mekongdelta und der Insel
phuChoc,der Umstieg von Mopped auf das Fahrrad war am 17.7.06 und ueber
diesen ersten Teil der Radreise ins Mekongdelta und der Insel Phu Choc in
Sued- Vietnam,genau gesagt vom 19.7.-31.08.06 moechte ich berichten.
Vorab habe ich festgestellt, dass die Feinde des Radfahrers,starker
langanhaltender Monsumregen mit Taifunartigem Wind sind,Lkw+Busse samt Pkw
mit ihren staendigen unnuetzen Gehupe,abgasen,lebensgefaehrlichen
Ueberhol-und Ausbremsmanoevern, Moppedfahrer die staendig mit jemand reden
wollen waerend der Fahrt,mit den Fragen from where you are coming and where
you are going,aufwirbelnder Staub und Dreck den man staendig
schluckt,holprige Strassen mit Wassergefuellten Loechern,wo man staendig von
Mopped und Pkw fahrern nassgespritzt wird und zu guter letzt, der staendige
Gegenwind von vorne,der um diese Jahreszeit natuerlich ist,denn die
Regenzeit ist von Juli-November hier in Vietnam und kommt von Sued-West,aber
es macht mir trotzdem Spass hier zu radeln und mein schmerzendes Gesaess hat
sich an der Sitzflaeche von 30 Quadratcentimeter auch gewoehnt.

Also was will ich mehr,als unter suedostasiatischer Sonne, bei Tropenklima
ins so flache Mekongdelta wie die Niederlanden und zur groessten
vietnamesischen Insel Phu Choc zu radeln,dabei noch Sonnenbraeune tanken und
5 kg Koerpergewicht verlieren,dann noch mit Bikeranne der ich mich
anschliessen konnte um gemeinsam Vietnam zu bereisen und mal wieder die
deutsche Sprache zu sprechen und pflegen.

Von Phnom Penh ging es ueber den Highway 1 zur Grenze Moc Bai etwa
180km,(Vietnam),dann Go Dau und Ho Chi Minh City, frueher Saigon
genannt,1975, Namen nach dem damaligen Praesidenten Ho Chi Minh nach der
Wiedervereinigung umbenannt in jetzt Ho Chi Minh City eine 6 Millionenstadt.

Die ersten 270 km bis Saigon vielen mir schwer, da Hitze und staendiger
Gegenwind zu beklagen waren,nicht gerade schoen fuer einen der umsteigt von
Motorkraft auf Koerperkraft,dem Fahrrad,aber der Arsch hatte sich nach
dieser einen Woche daran gewoehnt, auch meine Beine oder sonstige Muskeln
machten mir keine Probleme,aber mein Wasser und Lebensmittelhaushalt stieg
ins enorme,ca. 8 Liter Wasser,Eismilchkaffee,Kokosnussaft und Frucht,mehrere
Softtrinks und diverse Suppen tagtaeglich zu verspeisen und dann immer noch
das Gefuehl zu haben, ich bin immer noch hungrig und durstig waren fuer mich
neu.

Das Geld was ich jetzt an Benzin sparte, gab ich an Lebensmitteln und
Getraenken wieder aus,die kuerzeren Tagesetappen von etwa 50-70 km mit
Uebernachtungspausen betrugen etwa 2-4 Euro taeglich ,weil ich mit Bikeranne
das Zimmer teilte um so Kosten zu sparen.
Der erste Reisemonat mit dem Fahrrad kostete mir vom Gefuehl her nicht
unwesentlich weniger als wenn ich mit Mopped fuhr,nur mit Mopped waere ich
in dieser Zeit schon viele tausend Kilometer weiter,aber der gesundheitliche
Faktor und das radeln zu zweit sind auch nicht zu verachten,man reist
langsamer ist noch naeher mit den Menschen und dem Umfeld-/ Natur zusammen
und registiert viel mehr,macht mehr Stops und Fotos,fuer mich ein neues
Gefuehl von noch mehr Freiheit.
Wenn da nicht der extreme Verkehr auf dem Highway 1A suedlich nach My Tho
ins Mekongdelta waere,wir beredeten uns und entschlossen uns diesem Highway
aus dem Weg zu gehen und nur noch Nebenstrassen zu benutzen um die Natur
besser geniessen zu koennen.
Ben Tre,Vinh Long,Long Xuyen,Chau Doc waren die naechsten kleine Staedte im
Mekongdelta die wir bereisten,alle von aehnlichen Aufbau und weniger
touristischem Interesse ,alle Orte liegen am Mekongfluss bzw. Nebenarmen und
Kanaelen,die ganze Scheisse samt Abwaesser und teils Abfaelle gehen in
dieses Wasser das dann irgendwann ins Suedchinesische Meer landet,das
Mekongdelta mit unglaublichen Ausmassen und Wassermengen muss das Meer enorm belasten,es kann unmoeglich ohne dauerhafte Schaeden fuer das oekologische System auf Dauer gut sein.

Aber das intressiert hier keinen,der Mekong die Lebensader vieler Nationen,
wie Burma,Laos,Cambodia und Vietnam ist und bleibt ein Fluss von mystischer,
fischreicher, heiliger Kraft,der schon immer existierte und viele
Generationen und auch die folgenden noch begleiten und Ueberleben wird.
In Chau Doc haben Bikeranne und ich den Entschluss gefasst, dass wir wegen
des teils heftigen Monsumartigen Regens auf ein Boot umsteigen um nach Kien
Luong ueber den Vinh Te Kanal die 100 Km Strasse zu ueberbruecken und eine
Bootsfahrt soll ja auch lustig sein,( a 6 Euro) ,bei teils Monsumartigen
Regenguessen,wir sassen auf dem Dach,nur mit einen Regencap geschuetzt, es
war intressant die Menschen mit Booten und Haeusern entlang des Kanals zu
beobachten,aber immer wieder gab es heftige Regenguesse die teils wie ein
Hagelschauer ueber uns und auf uns einprasselten.Soll mal einer sagen eine
Bootsfahrt ist lustig,klitschnass waren wir.

Die Insel Phu Choc,groesste von allen vietnamesischen Inseln die die
Franzosen im 19 Jahrhundert in grauenvoller Weise den Kambodschanern
abspenstig machten,wollten wir fuer etwa eine Woche bereisen,daraus wurden
dann 2 Wochen,von Kien Luong ca. 6 Km nach Ba Hon ging es mit einem
inoffiziellen Fischerboot( a 7 Euro),fuer Touris verboten,in dreieinhalb
Stunden nach Ham Ninh,die offizielle Faehre fuhr von Rach Ghia schon seit 4
Tagen nicht mehr, wegen schlechter See,ein aufziehender Taifun verlaengerte
die Bootsfahrt auf fast 7 Stunden bei uebler See und extremer Schaukelei,wie
in einer Nusschale im Whirlpool kam ich und die etwa anderen 15 Passagiere
uns vor,wer schon einmal die Irische See mit einem Boot ( kleinen
Fischerboot )auf den Weg nach Isle of Man war,weiss was ich meine, nur
dieses war 3x schlimmer und auch gefaehrlicher,Abenteuer pur,aber ich
spuerte bei der Besatzung teils auch eine sehr unbehagene Stimmung und sah
ihre Gesichter,dies war wohl eine schon sehrrrrr stuermische See gab man mir
zu verstehen,festklammern und halten alle Luken schliessen, damit niemand
bei dem staendigen Wassereinbruch der das vielllllllll zu kleine Boot hinten
immer um einen halben Meter ueberspuelte,ich sass draussen und klammerte
mich an der Ruderstange fest,war immer bis zur Brust sitzend im Wasser damit
beschaeftigt das ich durch den Wasserdruck nicht ueber Bord gespuelt
werde,aber es ging gut,Gott hat mich erhoert,danke dafuer.

Ham Ninh eine kleine Fischerstadt auf der windabgewandten Seite im Osten der
Insel mit weiten weissen Straenden und ruhigem glatten Wasser,dort bezogen
wir Quatier fuer eine Nacht dann ging es nach Duong Dong zur Westseite mit
dem Longbeach zum thanh kieu Bungalow Resort wo wir ein Bungalow fuer etwa a
3 Euro bezogen,mit Kuehlschrank,sodas wir uns teils selbst verpflegen
konnten,die Preise auf der Insel lagen fast beim doppelten dessen auf dem
Festland,da ich und Bikeranne laenger Reisende sind, muessen wir auf das
Geld achten und zusammenhalten,wenn das Geld zu ende geht, ist ein Reiseende
in Sicht hier in Suedostasien lohnt es nicht einen Job zu suchen,da es zu
wenig Geld zu verdienen gibt um hier ueber die Runden zu
kommen,Bikeranne(mehr unter www.bikeworldtour.com) fragte bei dem German
Biergarten Eigner Klaus, der etwa 2 Kilometer unterhalb der Stadt Duong Dong
an dem Longbeach ein mit deutsch-bayerischer Kueche gefuehrtes Lokal
hat,aber er stellt nur Einheimische Frauen an, zum Dumpinglohn,aber der
Leberkaes mit Kartoffelsalat und Spiegelei,war ein Genussschmaus fuer
mich,danke fuer den kleinen ein-geraeumten Rabatt Klaus,fuer uns
Langzeitreisende.

Aus einer wurden dann letztendlich zwei Wochen Aufenthalt auf der Insel,ein
wenig Baden und Sonnenbraeune tanken,taten fuer mich nach den ersten Wochen
radeln gut,mein Koerper hat sich schnell daran gewoehnt,dass schmerzende
Gesaess am Anfang ist Vergangenheit,kein Muskelkater oder sonstige
blessuren,wir sind auch zu An Thoi im Sueden mit einem gemieteten Mopped (8
Std.-3 Euro) gefahren und haben uns den Fischereihafen und die weissen
Sandstraende dort angesehen,wir wollten erst umziehen aber nach genaueren
Ueberlegungen, da dort kaum Wind geht,mehr Moskitos sind, dass Wasser zwar
flach aber auch dreckig und mit Plastikmuell versehen ist,der Preis per
Huette hoeher ,zogen wir doch unseren Cocobeach vor,am 23.8.06 sollte unser
Flug von dort wieder retour nach Ho Chi Minh City gehen,fuer 27 Eumel incl.
Raeder und ohne Zuschlag fuer das Mehrgewicht von etwa 10 Kg,ein Dank an die
freundlichen Leute der Vietnam Airlines.

Wir sagten uns, dass wir das Mekongdelta jetzt nicht nochmals durchradeln
muessten,falls wieder ein Taifun aufzieht,kann es Wartezeiten mit der Faehre
geben und billiger gehts nimmer zurueck nach Saigon ,es viel mir schwer von
dieser Insel Abschied zu nehmen.
1 Euro sind etwa 21.000 Dong ein Liter Benzin kostet 12.000 Dong,ein Liter
Wasser etwa 8000 Dong,in Saigon,Zweitgroesste Stadt Vietnams leben 6
Millionen Menschen und 18 Millionen Moppeds mit 125ccm,man kann sich
vorstellen was hier fuer ein Gewimmlel herrscht, wie die Hummeln vor den
Ampeln und Kreuzungen es passiert wenig,Radfahrer sind hier die untersten
Verkehrsteilnehmer,als ich am Flughafen mein Fahrrad in Empfang nahm musste
ich meinen Schlauch wechseln,wegen eines Plattfusses ,diesmal im
Vorderrad,der inzwischen 3 Plattfuss beim Fahrrad und sicherlich nicht der
letzte,alle Fluggaeste belaechelten mich,koennen nicht verstehen wie ein
Europaer mit dem Rad faehrt,Moppeds sind billig,pro Monat etwa 50 Euro.
Auf der Suche nach einem Fahrradhaendler wo ich mein Rad mit neuen
Bowdenzuegen und einer gebrochenen Speiche und neuen Bremskloetzen
Ausruesten wollte, traf ich einen deutsch-franzosen,der hier schon seit
6Jahren lebt und arbeitet,Christian Vagn aus Paris,spricht
deutsch,englisch,Franzoesisch und perfekt vietnamesisch,besser konnte ich es
nicht treffen,wie radelten zusammen zu einer Werkstatt der ueber die Shimano
kettenschaltung sehr gute Fachkenntnisse hatte und alles in einer Stunde
repariert hatte ,durch die salzhaltige Luft und wassereinbruch im Schiff ist
mein Fahrrad komplett mit Salzwasser in beruehrung gekommen und nichts ging
mehr an bremsen und schaltung,Christian sponsorte mir auch die
Reparatur,vielmals Dankeschoen,Merci,Kam ern dafuer,auch Bikeranne brachte
ihr rad zu der werkstatt und liess einiges an arbeiten erledigen,mein Rad
lief wieder wie neu.als ich es in Phnom Penh aus dem Laden geholt hatte,mit
Christian verbrachten wir einige Stunden zusammen,auch konnte ich mit seiner
Hilfe meine kompletten Bilder auf DVD brennen,nur hier hat kein Internet ein
DVD Laufwerk um mir meine Bilder selbst mal anzuschauen?

Saigon,wo wir schon vor dem Mekongdelta fuer eine Woche blieben hat fuer
Touristen nicht allzu viel zu bieten, eine Stadt wie viele andere,kaum
Gruenflaechen zum Erholen fuer die Bewohner,Wohnraum ist knapp und teuer,die
Notre Dam Kathedrale,die alte Hauptpost,die Jade Emporer Pagode,Moscheen,den
Wiedervereinigungspalast,der chinesische Markt,wo alles moegliche an
,Knochen,Hoden,Seepferdchen,Rhinohoernern zu Pulver verarbeitet wird und die
Potenz von Maennern staerken soll,aber auch fuer Frauen gibt es solche
Praeparate,die die Gebaerfreudigkeit der Frauen erhoehen sollen,alles
Hokospokus,aber die Einheimischen glauben daran,als letztes Mittel dieses
einzusetzen um doch noch den erhofften Kinderwunsch zu erfuellen, dank
Goetter Hilfe.

Der District 1 ist die Backpackerabsteige Nummer eins ,billige Unterkuenffte
und Essensmoeglichkeiten und Zentrumsnah,was will ein Touri mehr,der nicht
so viel Wert auf Komfort legt bzw. sein Geld zum reisen zusammen halten
muss.
Saigon hat eine Unmenge an Kaffees wo man gemuetlich ,auf der Strasse
schauend sitzend,Abgase schluckend dem Gewimmel und der hektik der
geschaeftstuechtigen Einwohner zuschauen kann.

Seit mein Reisebeginn habe ich hier in Saigon ernsthafte Probleme mit mein
Asthma gehabt,ich musste inhalieren,dies ist ein eindeutiger Beweis das die
Luftbelastung und der Staub,Dreck der damit verbunden ist doch die Atemwege
aller hier lebenden belastet,fuer mich ist es ein Aufenthalt von kurzer
Dauer,nach einer Woche waren die Probleme wieder weg,nicht umsonst laufen
und fahren viele mit Mundschutz umher,ich habe es teils mit meinem Halstuch
gleichgetan beim radeln zwischen den Pkw ect. und es ist spuerbar besser,ich
hoffe das mein jetziger zweiter Aufenthalt hier besser verlaeuft wie der
erste,aber schon am zweiten Tag hier, spuere ich wie meine Bronchien gereizt
sind und meine Stimme kratzig wird,ein Anzeichen das es bald wieder los geht
und zwar mit dem Fahrrad nach Mui Ne,zu den Sandduenen,dann noerdlich in die
Berge nach Dalat und staendig gen Norden den Highway Nummer 14, folgend,1000
Km bis zur Koenigsstadt Hue.Insgesamt habe ich ueberwiegend
neugierige,freundliche Kinder und Menschen getroffen und Kennengelernt,viele
Liter koestlich schmeckenden Eismilchkaffee getrunken und in diesen etwa 10
Tagen Saigon Aufenthalt bei der Rueckkehr aus dem Mekongdelta,wieder 3 Kg an
Gewicht zugenommen,die ich mir in den kommenden Tagen wieder abstrampeln
werde,es ist ein staendiger Rythmus mit dem auf-und ab des Gewichtes,aber
das ist das Radfahrerleben,Kalorien anfuttern und diese wieder
abstrampeln,demnaechst mehr aus dem Norden und Bergen von Vietnam

Ein Gruss an alle Freunde,Leser und Radfahrer,haltet eure Pedale oben,
Fred Klein

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