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Vietnam III´06

Mein kleines blaues Wunder erlitt den 4ten Plattfuss,diesmal der erste
vorne.

Am 20.10.2006 traf ich Annemarie Klein, Bikeranne,in Hoi An wieder,nachdem
ich meine Gesundheit zurueckerlangt hatte.
Die etwa 1000 Km legte ich in 2 Wochen ,mit meinem kleinen blauen Wunder,die
125ccm Bonus zurueck,am 26.11.2006 haben Bikeranne und ich uns getrennt,da
jeder einen anderen Weg einschlaegt,mich zieht es nach Norden und Annemarie
nach Nord-Ost an die Kueste,ich will das hoffentlich noch gute Wetter in den
Bergen nutzen um danach an die Kueste zu gelangen.

Von Hoi An bis Ninh Binh sind es etwa 1217 Km,dann noch etwa 1000 Km nach Sa
Pa ,insgesamt bin ich 4050 Km mit dem kleinen blauen Wunder gefahren,bis Sa
Pa ,1000 Km mit dem Fahrrad geradelt und bisher 300 Km mit dem Bus gefahren.
Etappenweise fuhr jeder von uns allein,aber es gab auch Tage wo wir zusammen
fuhren und ich Bikeranne ueber manch eine Strecke zog,speziell ueber dem
Wolkenpass ( Hai Van-Pass), nur 405m hoch, aber eine Wetterscheide zwischen
Nord und Sued-Vietnam,die Wolken haengen an den Bergen und koennen nicht zum
Sueden vordringen.

Es regnet auf der noerdlichen Seite und das Wetter ist auch voellig
anders,waehrend im Sueden 30 Grad und Sonnenschein sind,ist es im Norden 20
Grad,kalt, regnerisch und bewoelkt,das nahegelegene Danang,die viert
Groesste Stadt Vietnams mit etwa 4 Millionen Einwohner,die eigentlich nichts
touristisches zu bieten hat,fuer mich aber ein Ruhepol in dem hektischen
Vietnam, mit ihren breiten Boulevards und vielen Einbahnstrassen,keine
Verkehrsstaus,weniger Gehupe und vielen kleinen netten Kaffees.
Die DMZ (die entmillitarisierte Zone waehrend des Krieges,1961-1968) die 5
Km breit war und durch den Grenzfluss Ben Hai River mit einer Bruecke
versehen war,trennte Nord und Suedvietnam,es erinnert nur noch eine alte
Bruecke von 1954 und ein kleines Museumshaeuschen mit einigen Fotos daran.

Der Hamburger Hill wo im Krieg 5000 Amerikaner und 20000 Vietnamesen
gefallen sind und die Rockpile,ein 120m hoch einzel stehender Berg,wo die
Amis einen Posten mit Maschinengewehr hatten der die Gegend
ueberwachte,wurde zum Gemetzel,es ist nahe der Laos Grenze gelegen.
Riesige Friedhoefe mit unzaehligen Graebern von gefallenen Vietnamesen
erinnern an dieser DMZ Zone an die Kriegszeiten,die Vinh Muc Tunnel,etwa 2.8
Km lang, kuestennah gelegen,dienten den Widerspenstigen Vietnamesen als
Unterschlupf,sie lebten teils 6 Jahre unter der Erde und liessen
letztendlich die Amis wegen ihren unbrechbaren Widerstand kapitulieren.
In dem noerdlichen Teil Vietnams,hinter der ehemaligen DMZ Linie,herrscht
ein agressiveres Verkaufsverhalten,grundsaetzlich muss ich vorher nach dem
Preis fragen wenn ich etwas essen oder trinken will,geschweige etwas kaufen
will sonst zahle ich das dreifache,es ist schon eine offensichtliche
Abzockerei gegenueber Touristen,eine staendige Verhandlungssache und selbst
dann will man mehr als vorher ausgemacht,die Moppedtaxis und Rikschas sind
hellwach wenn Sie Touristen sehen,staendiges anquatschen ,als Guide wollen
Sie einem Stadttouren andrehen,normalerweise kosten etwa 2 Km fahren 10000
Dong,die verlangen aber 50000 Dong,21000 Dong,gleich 1 Eumel.

Der Alkoholkonsum nahm hier zu,tagsueber in den Kaffes entlang des Highway
15,des Legendaeren
Ho Chi Minh Trails, wo viele alte Minority Villages sind,die Menschen leben
hier noch wie vor 100 Jahren,sitzen arbeitslose Einheimische und trinken
Reissschnaps und Bier in rauhen Mengen,einer ist meist mutig und quatscht
mich mit ein paar englischen Worten an,aber ich blocke gleich ab und sage
Ihm meine Meinung,wegen dem Alkoholgebrauch,Opiumpfeifen liegen auch
aus,dies war im Sueden Vietnams nicht zu sehen,es gibt im Norden anscheinend
eine Art legal akzeptierte Drogengebrauchszene,die Polizei ist kaum zu
sehen,betrunkene Moppedfahrer sind alltaeglich,einige Male sah ich vor mir
jemanden der in den Graben fuhr samt Mopped ,aber man schiebt es raus und
faehrt weiter,als ob nichts gewesen ist,es gibt ja keine Polizei die einen
daran hindert.

Die Provinzen Quang Nam ( Hoi An),Quang Binh ( Hue ),Ha Tinh ( Vinh),Nghe
An,Thanh Hoa und Ninh Binh durchfuhr ich,die Koenigsstadt Hue,mit Ihrer noch
sehr gut erhaltenen und restaurierten Zitadelle und Pagoden und die
Koenigsgraeber Tu Duc und Minh Manhg Thomb,Vinh mit der voellig zerstoerten
Zitadelle ,1950 im Krieg mit den Franzosen und den nahegelegenen Cua Lo
Beach,wo wir etliche Tage verweilten und die Sonnentage zum relaxen mit
Schwimmen und sonnen verbrachten bevor es weiter nach Ninh Binh ging.
Wie zuvor in Kambodscha stellten wir fest,das waehrend unserer Abwesenheit
in den Hotels unsere Sachen durchwuehlt wurden,vermutlich denken Sie wir
haetten die heissbegehrteste Waehrung den Us Dollar darin,es ist ein
Vertrauensmissbruch,was soll ich davon halten,ich habe mir ein
Vorhaengeschloss gekauft um meine Ortlieb Gepaeckrolle zu
verschliessen,gestohlen wurde hier noch nichts.
Mein kleines blaues Wunder,die 125ccm Bonus,Made in Taiwan,Baujahr
1995,verbraucht 2,5 Liter Benzin auf 100 Kilometer,der Liter kostet etwa 50
Eurocent,es ist ein 12 liter fassender Tank montiert,was mir eine Reichweite
von 500 Kilometer bringt,das heisst, das ich teils alle 3-4 Tage nur tanken
muss,es wird viel gepanscht mit dem Benzin/Sprit,manchmal riecht er nach
Bier und Wasser ist auch reichlich drin, alle paar Tage muss ich die
Schwimmerkammer oeffnen und das Benzin samt Wasser aus dem
Vergaserschwimmergehaeuse heraus lassen,dann springt das Mopped auch wieder
sofort an und laeuft besser.

Ich bewege mich mit einer Geschwindigkeit von 40-60 Kilometer fort,alle
Moppeds fahren gleich schnell-langsam,nur die Pkws und Busse samt Lkw sind
etwas schneller,innerhalb der Ortschaft sind fuer 125ccm Moppeds 35 Km/H
erlaubt,ausserhalb 50Km/h,eine Recht sichere Sache,aber die Pkw und
Lkw-Busse legen selbstmoerderische Ueberholmanoever hin und hupen sich den
Weg frei,Indien ist schlimmer,verkehrsmaessig gesehen
Auf bisher 3200 gefahrenen Kilometer,ab 3.10.2006 habe ich meinen dritten
Plattfuss,natuerlich immer am Hinterrad,jedesmal ein Nagel drin,bei den
Wandersandduenen bei Dong Hai,die sich jaehrlich um etwa 10m ins Land
fortbewegen und Haeuser unter sich begraben,2 gerissene Kupplungszuege,eine
neue Tachowelle und den dritten Oelwechsel hinter mir,die Bonus scheint eine
gute Investition zu sein,ich hoffe sie bringt mich weiterhin ohne grosse
Probleme durch Vietnam.
Hier in Dinh Binh,90Km suedlich von Hanoi,haben wir uns nach fast 5
gemeinsamen Reisemonaten mit Unterbrechungen,getrennt, eine nicht einfache
Trennung,aber so Gott will, werden wir uns wiedertreffen auf der Reise um
die Welt,die ja so Klein sein kann.

Bikeranne zog es nach Nord-Ost,nach Halong Bay und mein weiterer
Streckenverlauf ging ueber den restlichen 100 Km des Ho Chi Minh
Trail,Highway Nr. 14+15,den ich insgesamt ueber 2000 Km gefolgt bin,dann auf
den Highway Nr. 6+279 nach Dien Bien,ueber die Staedte,Mai Chau,Moc Chau,Son
La,Tuan Giao,Dien Bien,dann auf den Highway 12,nach Muong Lay auch Lai
Chau,Tam Duong nach SaPa,etwa 1000 Km ab Ninh Binh.
Ich traf unterwegs einen Tourguide von einem zuvor besuchten Hotel,der
gerade eine 2 taegige Tour mit einem Touristen unternahm,ich konnte mich
anschliessen,wir lebten 2 Tage ausschliesslich in Black/-und White
Thaipeople Minority Villages,ohne Strom und noch so wie vor 100 Jahren,aber
der Tourismus macht auch hier keinen Stop,es werden Busseweise Touris in
diese Doerfer gekarrt,es ist laut,diese Stelzenhaeuser (
Stilthouse),allesamt aus Holz,sind sehr hellhoerig,alles knirscht und
knarrt,sobald der erste morgens aufsteht,ist man auch wach,aber ein schoener
Einblick in dieses Leben zu bekommen hat mich faziniert.
So wenig freilebendes Wild wie hier habe ich nirgends auf meiner Weltreise
erlebt,sie fangen alles weg,selbst Raubvoegel werden verspeist,Sie,die
Minoritypeople haben von der Regierung das Recht zu jagen,somahl alles
gegessen wird,die Schlangen werden grundsaetzlich gekillt,dies erinnerte
mich an eine zuvor gemachte Australienreise in 2001.
Mein Koerpergewicht steigt wieder,habe jetzt 106 kg,es schmeckt mir.obwohl
ich immer noch kein Fleisch esse,weil ich nicht weiss was dies zuvor war.

Die Strassen sind teils in guten Zustand,viele Erdrutsche an denen komplette
Erdhaenge heruntergekommen sind werden notduerftig mit der Planierraupe
freigeschoben,sodass der Verkehr rollen kann,die Frauen bei der
Strassenbaukolonne sind so wie in Indien ein normales Bild,Frau und Mann
sind gleichgestellt bei der Arbeit.
Weglaufende Kinder,die mich sehen erinnerten mich wieder an Laos,Touristen
sind auf dieser Strecke noch selten zu sehen,meist nur in Bussen die
vorbeifahren,der Highway Nr. 12,ist sehr schmall asphaltiert,ein 3m breites
staubiges Band zieht sich durch die Djschungelwaelder des
Nord-West-Vietnam,kommt von vorne ein Bus oder Lkw,muss einer Platz
machen,meist der schwaechere kleinere, die Moppeds und wenigen Fahrraeder
hier.

Meinem Mopped goennte ich eine Inspektion,Oelwechsel,Luftfilter
reinigen,Kette spannen,Zuendkerze reinigen und das Lenkkopflager
nachziehen,alles fuer 3.50 Eumel incl. Oel.
ATM s fuer Geldabhebungen sind hier selten,meist erkennen sie nur die Visa
und Mastercard an,hatte das erste mal Geldprobleme und musste 8 Prozent
Caution zahlen,das ich Geld von einer Reiseagentur bekam,ueber die
Mastercard.
Die Menschen hier in den Bergen sind sehr klein ,etwa 140cm gross/klein,die
Frauen der Muong,White+Black Thai+ Laopeople aus den Minority Villages sind
bunt bekleidet,die Maenner meist normal,fotografieren ist meist nur mit
Geldgabe verbunden oder einen guten Zoom aus Entfernung,Sie haben gelernt
das die Touristen spendabel sind und gerne geben,wenn sie ein Foto machen
duerfen.

Nicht von mir,ich versuche mit Ihnen ins Gespraech zu kommen und nach einer
gewissen Zeit ist es mir erlaubt,ein Foto,das ich allen zeige machen zu
duerfen,Ihr Glauben verbittet es fotografiert zu werden,weil Sie meinen
/denken,das ihre Seele dabei geraubt wird,aehnlich wie bei den Moslems,ich
respektiere dies und komme auch mit weniger Fotos aus und bleibe bei
Ihnen,den aermsten der Armen lange in guter Erinnerung,als jemand/einer der
kam um nur zu fotografieren.
Auf meiner Frage wovon Sie leben,bzw. Ihr Geld zum ueberleben
verdienen,beantworteten Sie mit Souvenier Verkauf und teils
Kaffeeverkauf,fuer 1000 Kilogramm,bekommen Sie 1400 Us Dollar.
Einer meiner daheimgebliebenen Freunde in Deutschland mailte mir mal,das ich
ja nicht mehr Reise,sondern schon in diesen Laendern lebe,fuer wahr mein
lieber Freund Peter Tennigkeit,wenn man ein Land fuer 6 Monate bereist,dann
lebt mal schon unter diesen Menschen und mit Ihnen und versteht einiges
Ihrer Lebensweise und Phillosophie.

Die Grenzstadt Dien Bien,nahe Laos,hat einen der schlimmsten Kriege in ganz
Vietnam miterlebt,1950
hat es eine fuerchterliche Schlacht mit den Franzosen gegeben,heute noch
sind auf dem A 1 Hill,der grosse Bombentrichter und die Bunker zu
sehen,viele Reliekte dieser Zeit als Mahnmal und offene Museumsstuecke sind
erhalten geblieben, fuer die Nachwelt,die Grossen-Riesigen
Friedhoefe,Bunker, Mahnmale und Artilleriestellungen samt Panzer.

!! > Hier ein Reise Hinweis,der nahegelegene Grenzuebergang Tay Trang,
nach Laos, ist nicht fuer Touristen offen! Stand: Dezember 2006. < !!

Die Kaffeehaeuser am Strassenrand sind seltener geworden,auf meinem Weg nach
Sa Pa,leider,ueberall Bierverkauf+Reisschnaps,der Liter Reisschnaps kostet
nur 1 Us Dollar,15000 Dong,selbst fuer Einheimische erschwinglich,die dem
Alkohol verfallen und abhaenig geworden sind.
Meine Unterkuenfte lagen teils 100 Km auseinander,was in etwa auch meine
jeweilige Tagesetappe war,die Preise liegen zwischen 4-7 Eumel,etwas mehr
hier in den Bergen und abseits der Touristenpfade,wie an der Kueste,warmes
Wasser zum duschen gibt es ueberall,somahl Strom vorhanden ist,teils gibt es
kein Strom tagsueber,erst abends von 17-8 Uhr.
Die Bergregion Nordwest Vietnam liegt auf 800-2000m Hoehe,herrliche
Aussichten und Kleinwuechsige Menschen mit ihrer bunten Kleiderpracht sind
zu sehen,alle sehr liebenswert,der Hoechst zu befahrene Pass in Vietnam ist
der Tran Som Pass,2011m hoch gelegen, entgegen der 1900m im Guidebook,er
zieht sich ueber fast 25 Km von 800m Hoehe bis auf der Passhoehe,mit
ueberwiegend guten Asphalt,die andere Seite ,die etwa 15 Km nach Sa Pa sind
sehr holprig und schlecht,vor allem liegt hier alles unter Staub begraben,es
ist extrem staubig in den Staedten,selbst in Sa Pa,aber die Aussicht bei
gutem Wetter wie ich es geniessen konnte,ueber diesen Pass zu fahren,wo ich
mich einen ganzen Tag aufgehalten habe ist unvergesslich,ebenso die
verschiedenartigen Minderheiten an Menschen hier in den Bergen und Sa Pa,
speziell auf den Maerkten zu bewundern haben mich fuer all den Staub ,den
ich schlucken musste entschaedigt,fuerwahr,wer Vietnam bereist ohne diese
Bergregion zu besuchen, hat Vietnam nicht erlebt,ebenso wie der Reisende,der
nicht weiss was er nach Ende der Reise tun will,niemals ankommen wird.

Demnaechst mehr von NW und Nordost Vietnam, der Halong Bay und Ha Oi,wo ich
im Januar meine Reise in Vietnam beenden werde.

Ein Gruss an alle Freunde,Leser und Reisenden von Fred Klein.

Ausserdem wuensche ich allen ein schoenes besinnliches Weihnachtsfest,
mit vielen Geschenken und sei es mit Buechern wie dieses unter Specials von
meinem Motorradfreund Peter Tennigkeit, um Mut zu machen die Boecke zu
satteln und aufzubrechen,die Welt mit dem Motorrad oder sonstiges Geraet zu
bereisen,

alles erdenklich Gute fuer das Neue Jahr 2007.

Auch Dir mein lieber Webmaster.

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